Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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Mitteilungen. 63 Herr liabb. Dr. Wolilgemuth-ICitziiigensclireibt uns zu diesem Thema: Im מדרש להנדבה (Jellinek Beth-Ham. IS. 133) heißt es בימי מלבות יון הרשעה יזרו על ישראל שכל מי שיש דו בדיה בתוך ביתו יחקוק עדיו אי; לי הלק ונה־ד באל קי ישראל מיד הי־ני ישראל ועקרו בייהיב שבבתיהם עוד גלרו שנ; בוי שיש לו שור יכתוב עד קרנו איז לי חלק גוזלה באלקי ישראל מיד הלכו ישדאר ומכרו שודיהם. ״Zur Zeit, da die syrische Regierung■ über Israel herrschte, befahl diese den Israeliten, daß jeder, der einen Riegel an seinem Hause liabe, darauf eingraviere: Ich habe keinen Anteil und Besitz am Gotte Israels. Sofort entfernten die Israeliten die Riegel von ihren Häusern. Ferner befahl die syrische Regierung, daß jeder, der einen Ochsen besitze, auf dessen Hon! schreibe: Ich habe keinen Anteil uncl Besitz am Gotte Israels. •Sofort verkauften die Israeliten ihre Ochsen1).״ Der Schlußsatz dieses Midrasch stellt natürlich keine authentische Interpretation der in Frage stehenden sprachlichen Wendung• קרן השוד dar. Aber der erste Teil dieses Zitates, der von der Anbringung der Inschrift auf den Riegeln der Häuser spricht, kann nicht einfach der Phantasie eines Späteren entsprungen sein, muß ebenso wie die Erzählung von קק השוד einen geschichtlichen Untergrund besitzen. Wenn aber schon der Riegel jedes einzelnen jüdischen Gebäudes die Inschrift tragen sollte, daß die Bewohner dieses Hauses sich feierlich vom Gotte Israels lossagten, so ist nicht recht ersichtlich, zu welchem Zwecke auch noch an den Straßenecken Anschlag(1 dieses Inhalts angebracht werden sollten. Das wärt1 dann doch überflüssig gewesen. Daher möchte ich an der herkömmliche]! Deutung (קד; השד־ Horn des Ochsen) festhalten. Wenn wir nun nach «lern Sinne dieser seltsamen Bestimmung fragen, so dürfte folgen der Erklärungsversuch, wenn er auch das Gebiet aggadischer Auslegung zu streifen scheint, vielleicht der Wahrheit nahekommen. In dem oben zitierten Midrasch wird uns berichtet, daß die Israe- Iiten auf Befehl der syrischen Regierung auf die Riegel ihrer Häuser u.nd auf die Hörner ihrer Rinder uen Satz einritzen sollten: ״Wir haben keinen Anteil am Gotte Israels.‘‘ Die Absicht der Syrer war, wie bekannt, darauf gerichtet, die Lebensader des Judentums, die Ausübung der religidsen Pflichten, zu unterbinden und dadurch das jüdische Volkstum, ins Mark zu treffen. Die Forderungen des jüdischen Gesetzes umspannen das ganze Leben des Israeliten. Das tägliche Leben spielt sich in der Häuslichkeit und in der Berufstätigkeit ab. Aus diesen beiden Gebieten des menschlichen Lebens wollten die Syrer die Spur der jüdischen Religionsgesetze tilgen. Während bis dahm die Mesusah dein in das Haus Eintretenden den Gruß des Gottes- R In diesem Midi־, ist auch die Quelle für den Satz im יוצר לשבת שניה של הגונה zu erblicken, der lautet ויצוו חקק בקרן השוד ובבריחי אפרני ונו׳. An den übrigen Stellen des Schrifttums ist nur die Rede von קרן השיר, es fehlta ber der Passus von den Riegeln der Häuser.