Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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62 Mitteilungen. Mitteilungen. Herr Babb. Dr. S. Klein-Ersekujvai־ (Ungarn) schreibt uns zu dem Artikel קרן השוד Die im ״Jeschurun“ II, S. 231 11. von Prof. Dr. Sulzbach vorgetragene geistreiche Erklärung des Ausdruckes קר; השוד ist — meines Erachtens — nicht richtig. Sie ist auch bereits anderweitig gegeben worden. Die betreffenden Stellen, an denen נתבו זיל קרן השוד usw. vorkommt—und die Stellen sind sehr zahlreich — haben in der neueren Zeit eine Anzahl von Erklärungsversuchen hervorgerufen, die bei Theodor, Beresehit rabba 2,4 pag. 15, Krauss. Talm. Archäologie III, 308 verzeichnet werden Der erste, der שור sür. Mauer erklärte, ist wohl Krockmal in ירוש^יב הבנויה S. 52 (1867j. Daß שזר in der Bedeutung ,.Mauer“ in der talmudischen Sprache nur äußerst selten vorkommt, muß natürlich auch von den Verfechtern dieser Erklärung zugestanden werden, und es ist wirklich kaum zu begreifen, weshalb gerade in diesem an so vielen Stellen wiederkelirenden Satze das poetischen^ (vgl. die biblischen Stellen!) an Stelle des landläufigen הומה oder קיר erscheint und keine der Parallelstellen die letzteren Worte aufweist. Tanchuma תזריע k II) hat die Lesart: בהרת זו מלבות יו; שהיהת מבהרת ישראל ואומרת (?) עד נד מי שיש דו שור יהקד, על קר; השוד שאי דו הדק ונו. Da wird nun gesagt, daß j e der Eigentümer eines שור die betreff enden Worte auf קרן השרי־ eingravierenmöge. Das kann selbstverständlich nur vom Ochsen, keinesfalls aber von einer Mauer gesagt werden. Daß aber der Verfasser oder!Redaktor des Tanchuma ganz willkürlich diese Lesart sich zurecht gemacht hätte, ist sicher nicht anzunehmen. — Scheniot rabba 15 16 wird gesagt, Israel hatte zu allen Zeiten glaubensstarke Männer, die auch in den Tagen der Verfolgung den Namen Gottes nicht verleugneten: in Babel waren es die Freunde Daniels, in Medien Mordechaj: ״ ביו; לא נתבו עד קרן השוד שאין' דהם חדק בא' ישראלzur Zeit“ Jawans schrieben sie nicht auf ק' השור, daß sie keinen Anteil hätten am Gotte Israels“. Nach dem vorangehenden, wo einzelne hervorragende Männer genannt werden, wird der Midrasch auch bei diesem Beispiele wohl an Einzelne (etwa die Hasmonäer und die ״chasidim“) gedacht haben. Daß aber jeder einzelne in Israel an jener Mauerecke seine Worte ״plakatieren“ sollte, . . sicher nicht denkbar. Doch will ich diesem Beweise keine besondere Kraft beilegen; die vorhergenannten Argumente genügen wohl, um die Dichtigkeit der auch von Prof. Sulzbach gebrachten Erklärung* bezweifeln zu dürfen. Meiner Ansicht nach kann jener Ausdruck nur so viel besagen, daß die Opfer Israels nicht mehr dem Ewigen, sondern dem griechischen Götzen dargebracht werden müssen. Mag sein, daß man dies in der ersten Zeit dadurch dokumen tieren mußte, daß man auf dem Horn des Opferstieres den Namen des Götzen eingravierte und dadurch den Abfall vom Gotte Israels bezeugte, — später ist der Ausdruck eine Phrase geworden, die auf jene angewendet wurde, die vom alten Glauben Israels abgefallen sind (vgl. jer. Chagiga IT 2!).