Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
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64 Mitteilungen. gesetzes entbot, sollte fortan der Riegel des jüdischen Hauses, das doch der Schauplatz der Erfüllung eines großen Teiles der jüdischen Pflichten ist, die Aufschrift tragen: ״Die Bewohner dieses Hauses sagen sich los vom Gotte Israels. Die Speise- und Reinheitsgesetze, alle Vorschriften, deren Thron sich bisher in den Hallen der jüdischen Häuser erhob, sind aus diesen Räumen geschwunden.*‘ Aber nicht nur aus der HäuslicJikeit. sondern auch aus dem Berufsleben der Juden sollte das jüdische Gesetz ausgemerzt werden. Unsere Ahnen im heiligen Lande waren in erster Linie ein Volk von Landwirten, die den heimatlichen Boden bestellten und Viehzucht trieben. Ackerbau und Viehzucht waren die hauptsächlichsten Quellen ihres Erwerbs. Auf die Landwirtschaft bezieht sich auch ein großer Teil der Vorschriften der Thora. Daher war das Streben der Syrer darauf gerichtet, aus diesem Berufsleben der Juden das bis in seine feinsten Poren dringende Gottesgesetz zu beseitigen. Das Rind aber ist der wichtigste Faktor für den Betrieb der Landwirtschaft. Diese Bedeutung des Rindes für die Be- Stellung der Felder spiegelt sich in den Worten des R. Jose (Sabbath 118 b) wieder: ״Niemals nannte ich meine Frau ,.meine Frau* und meinen Ochsen ״meinen Ochs“, sondern meine Frau nannte ich ״mein Haus“ und meinen Ochsen ״mein Feld“. Darum sollte nach dem Befehl der Syrer auf den Hörnern der Rinder stehen, daß die Israeliten keinen Anteil mehr hätten am Gotte ihrer Väter. Wenn das Rindergespann den Boden mit dem Pfluge aufriß oder das Getreide drosch, sollte sich dem jüdischen Landwirt der Grundsatz einprägen: Die Forderungen des Judentums haben keine Geltung mehr für mein Berufsleben. Es was das unsterbliche Verdienst der Hasmonäer, daß sie den frevlen Plan der Syrer vereitelten und dem jüdischen Pflichtenleben seine eigentlichen Stätten, Häuslichkeit und Beruf, erhielten. Berichtigung. Am Schlüsse meiner Abhandlung ״Von den 613 Gesetzen“ in der letzten Nummer des Jeschurun habe ich als Gesamtsumme der Buchstaben der Zehngebote die Zahl 613 und als Summe der Buchstaben in Vers 11 die Zahl 79 angegeben. Wie Herr Dr. Deutsch in Fürth mir mitteilt, ist mir ein Versehen unterlaufen. Ich berichtige hiermit meinen Irrtum: V. 11 hat 86 Buchstaben, und demgemäß beträgt die Gesamtsumme aller Buchstaben 620. Die Folgerung, die ich gezogen habe, kann daher von mir nicht aufrecht erhalten werden, wenigstens nicht ohne erhebliche Modifizierung. Rabbiner Dr. Kaatz-Hindenburg O.-S. Druck von Max Schmersow, Kirchhain N.-L. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgeimith, Berlin. Verlag des Jeschuru», Berlin.