Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1916-01-01 · Heft 1 (Januar 1916) · p. Seite 48

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 1 (Januar 1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 48 (sequence 48)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2292929-2292955-2292957--01174-2294424
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

^8 Der Sicldur im Spiegel der jüdischen Geschichte. Hadrian, und sein Nachfolger Antoninus Pius gab die Erlaubnis, die Gefallenen zu bestatten. Aus Dankbarkeit wurde eine besondere Lobpreisung des gütigen Schöpfers חטלב יהסיטיב dem Tischgebet angefügt, um die Erinnerung an die Fürsorge Gottes für Israel für alle Zeiten zu verewigen. Sind in jenen Tagen Tausende für die Heiligung des göttlichen Namens freudig in den Tod gegangen — und das Andenken an die hervorragendsten unter ihnen, an die 'rr.'Z'V הרוגי סלבית an die .,zehn Märtyrer“ sind in wehmutsvollen Dichtungen für den neunten Ab und den Versölmungstag niedergelegt — so erinnert uns an den endlosen Zug der Märtyrer während der Jahrtausende der jüdischen Geschichte, und noch heute fließt ja jüdisches Blut in Strömen, das Gebet, das mit den Worten אב הרהסים beginnt, das in vielen Gemeinden fast allsabbatlich gebetet wird. In manchen Gemeinden wird es allerdings nur am Sabbat vor dem neunten Ab und vor dem Wochenfest gesprochen, in den Wochen, in denen bei der zweimaligen Zerstörung Jerusalems, bei der Eroberung Betars, bei der Vertreibnnrg der Juden aus Spanien und in den Kreuzzügen unendliches Leid über unsere Väter hereinbrach. Zwei Tage der Woche. Montag und Donnerstag, galten von jeher als ernste, durch besondere Bußgebete geweihte Zeiten, von frommen Gemütern im freiwilligen Fasten verbracht. An ihnen beten wir das sogenannte ״lange חי-א רהיט*“, heiße Klagen über Schimpf und Druck. Gehässigkeit und Verfolgung, inbrünstige Bitten um Verzeihung der Sünden, herzzerreißende Anrufungen des Mitleids und des Erbarmens des himmlischen Vaters. Als geschichtliche Veranlassung der Entstehung dieser Gebete wird in einem alten Siddur aus dem Beginn des 15. Jahrhunderts folgendes berichtet: Bei der Belagerung' Jerusalems setzte Vespasian eine Anzahl angeseltener Juden auf drei Schiffen aus, die er stcuerlos den Wellen des Meeres preisgab. Nach langen Irrfahrten wurde eins nach Lyon, eins nach Arles und das dritte nach Bordeaux verschlagen. Die Insassen des letzteren wurden freundlich aufgenommen. Aber der ihnen gütig gesinnte Fürst starb,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.