Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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42 Mittel, Zweck und Ziel der Erziehung in Israel. lesener. Die große Menge entwickelt sich in ihm zu Opportunisten. Denn nicht der Charakter wird heute gewertet, sondern der Erfolg, der Erfolg saus phrase. Im alten Israel war die Zeit der Erziehung nicht begrenzt, sie zog sich durchs ganze Leben hindurch. An die Stelle des Vaters trat nachher der Erzieher, die Thora, Gesetz und Lehre; die Thora, die nichts anderes ist als das Erziehungsmittel schlechthin, der Lehrer, den der Vater aller Menschen zur Erziehung all seiner Kinder bestellt hat. Sie leitete und soll noch heute alle Erziehungsbedürftige ihr Leben hindurch leiten auf den Wegen der Lieblichkeit zur Vervollkommnung (.(שלום הגיד und למיד sind die Erziehungsmittel fürs jugendliche Alter. Sie sollen den Weg bahnen zu dem עץ החיים, dem System des ewigen Lebens, dem der יעץ הדעת das System des irdischen Erkennens, sich unterordnen muß. Die Thora, das letzte und höchste Erziehungsmittel, soll als Zentrum aller Tätigkeit und alles Interesses als alleiniger Wertungsmaßstab alles menschlichen und natürlichen Geschehens und Bestehens gelten; das Ziel, das sie als erstrebenswertes Ideal dem Volke Israel und durch dieses der ganzen Menschheit vorgezeichnet hat, soll auch das Ziel der Erziehung sein. Der äußerlichen Betätigung der Menschheit setzt die Thora die Beherrschung und Bezwingung der Erde mit allem, was auf und in ihr ist, zur Aufgabe (דרך ארץ ,אומנות). Höhere Ziele wies sie der inneren Betätigung, der Arbeit am Menschen selbst. Abraham, der ein Segen für alle Geschlechter der Erde werden sollte (1. M. 12, 3), stellt Gott zur Aufgabe: Wandle dienend vor mir (dem Allmächtigen und Allbezwinger), und werde vollkommen! (1. M. 17, 1). Seinen Kindern, dem Volke Israel, stellt Gott zur Aufgäbe: Ihr sollt ein Reich von Gottesdienern, ein heiliges Volk sein (2. M. 19, 6). Heilig sollt ihr sein, denn heilig bin ich der Ewige, euer Gott (3. M. 19, 2). Gott erhebt begründeten Rechtsanspruch auf den Dienst