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Jeschurun · 1916-01-01 · Heft 1 (Januar 1916) · p. Seite 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 1 (Januar 1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 41 (sequence 41)
Language
German
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Mittel. Zweck und Ziel der Erziehung in Israel. 41 bauen. Vieh züchten. Wolle und Flachs verarbeiten, Kleidungs- und Hausgegenstände ])erstellen, Häuser. Straßen und Brücken bauen. Nahrungsmittel erzeugen, Handel treiben. Schreiben, Zeichnen und Rechnen werden sie als unerläßliche, notwendige Vorbedingungen zum Tausch- und Handelsverkehr wohl auch erlernt haben. War doch auch die Redekunst, die Kunst zu singen und spielen den Israeliten nicht fremd. Der Talmud zählt folgende Pflichten auf. die der Vater gegenüber dem Sohne zu erfüllen hatte: ihn in den Volksbund der Abrahamssöhne aufzunehmen, den erstgeborenen Sohn aus dem Verhältnisse der Gottgeweihtheit zu lösen, den SohnThora zu lehren, ihm eine Lebensgefährtin zuzuführen, ihn einen weltlichen Beruf und (nach י״א) ihn schwimmen lernen zu lassen. Heute ist wohl Turnen, nicht aber das in gewissen Fällen wichtigere Schwimmen obligatorischer Unterrichtsgegenstand. IV. Das Endziel der pädagogischen Einwirkung ist die Charakterstärke der Sittlichkeit. — Die Pädagogik will den Menschen zu einem freien, sittlichen Charakter heranbilden. Kann die heutige Schulerziehung dieses Ziel erreichen? Bildet unsere Schule freie, sittliche Charaktere? Ich wage es. diese Fragen zu verneinen. Der formale, der Sprach- und Sachunterrieht, die technisehen Fächer, alle Leibesübungen absorbieren so die Zeit und die Kraft, der praktische und materielle Geist unserer Zeit absorbieren so das Interesse der Schüler, daß für eine intensive Gesimiungs-, Gemüts־ und Charakterbildung wenig mehr übrigbleibt. Der Religionsunterricht soll wohl die zentrale Stellung im Gesamtunterricht einnehmen. Aber in Anbetracht der wenigen Stunden und des dogmatischen Inhalts des Religions- Unterrichts kann er keine nachhaltige, charakterbildende Wirkung auf den Schüler ausüben. Die Schule kann schon deswegen keinen Charakter bilden, weil sie — wenigstens die Volksschule — mit ihrer Tätigkeit aufhört, wenn der Schüler zu denken, wenn der Charakter sich zu bilden beginnt. Im Strom der Welt festigt sich wohl der Charakter weniger Auser-

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