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Jeschurun · 1916-01-01 · Heft 1 (Januar 1916) · p. Seite 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 1 (Januar 1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 40 (sequence 40)
Language
German
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40 Mittel, Zweck und Ziel der Erziehung in Israel. 5. M. 11, 19: Und lehret sie (die Worte von Lohn und Strafe durch Gott) eure Kinder. 5. M. 31, 12 — 13: Versammle das Volk, die Männer, die Frauen und die Kinder und deinen Fremdling in deinen Toren, damit sie hören und lernen und ehrfürchten den Ewigen euren Gott und beobachten, zu tun alle Worte dieser Lehre. Und ihre Kinder, die sie nicht kennen, sollen hören und lernen, zu ehrfnrchten den Ewigen euren Gott alle Tage, die ihr lebet auf dem Erdboden. Nicht Fertigkeiten, nicht Kenntnisse im Rechnen, in der Sprache, in der Volks- und Weltkunde sollen die Gegenstände des Unterrichts in der Familie sein, sondern die Worte der Lehre. Diese sollten die Kinder lernen, um sie zu beobachten und auszuüben. Die Thora sollten sie lernen, um Ehrfurcht vor Gott zu haben. Ehrfurcht vor Gott zu erzeugen sollte der Zweck des Jugendunterrichts sein. Aus der Thora sollten die Kinder lernen, wie Gott wirkte und waltete, wie Gott am Horeb Israel sein Gesetz der Wahrheit und Sittlichkeit gegeben hat. das nun von ihnen selbst, den Kindern, im Leben unbedingt, allen Mächten zum Trotz, beobachtet und erfüllt werden sollte. Nichtjuden nennen das freilich einenreligiösen Zweck. Uns Israeliten, denen Religion höchste Sittlichkeit und denen Sittlichkeit Religion ist, ist die Erziehung zur Gottesfurcht ein eminent ethischer Zweck. Ein solcher Unterricht muß die Veredlung des menschlichen Wesens herbeiführen, muß zur Gewinnung einer idealen Welt- und Lebensanschauung, wenn auch erst in reiferen Jahren, verhelfen. Dem heutigen Schulunterricht ermangelt zum Schaden der Menschheit die mächtig wirkende Kraft der Erziehung zur Gottesfurcht. Die heutige Schule erzieht fürs Berufsleben, für die Wissenschaft, sie hat einen praktischen, szientivischen, spekulativen, aber keinen ausgesprochen ethisch-religiösen Zweck. Nun soll gar nicht behauptet werden, daß man im Volke Israel nicht auch fürs praktische Leben vorbereitet hätte. Eine solche Behauptung wäre widersinnig. Auch im Lande Israel lernte der Jüngling den Acker, den Garten, den Weinberg be-

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