Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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Mittel, Zweck und Ziel der Erziehung in Israel. 39 weil der Vater die ihm von Gott auferlegte Pflicht, seine Kinder rzu lehren erfüllen konnte und erfüllt hat. Die heutige allgemeine Schulpflicht ist eine Notwendigkeit des Staates zu seiner Selbsterhaltung. Zu der sittlichen Verbesserung, zu der Veredlung des Menschengeschlechts hat sie vielleicht nicht viel beigetragen. Die Schulerziehung kann nicht so bildend und veredelnd wirken wie die Erziehung in einen! wahrhaft sittlichen Familienleben. Man rühmt jetzt wieder sehr die ,,gute Kinderstube“. Die Schulerziehung ist mehr geistiger Drill, mehr Kenntnisse und Wissen auf häufend, mehr Fertigkeiten vermittelnd, als gemüt־ und willenbildend. Uber die sittlichen Begriffe und Zustände in den Großstädten, wo die besten Schulen sein werden, wird heute — mit Recht — viel geklagt. Dort fehlt in den mittleren und unteren Ständen sehr oft die grundlegende und ergänzende Familienerziehung. In der Zügellosigkeit erkennt man keinerlei Autorität mehr an. In der Kleinstadt und auf dem Lande ist der Einfluß der Familie noch wirksam, dort sind die Sitten noch mehr patriarchalisch. Ländlich, sittlich! Die Erziehung in der Familie und durch die Familie war in Israel eine von Gott gebotene Pflicht. Eine Pflicht zu einem bestimmt vorgeschriebenen Zweck. Von diesem Zweck haben wir bereits gesprochen. Wiederholen und ergänzen wir: 5. M. 32,46: Richtet euer Herz auf alle Worte, durch die ich heute Zeugnis ablege gegen euch, daß ihr sie auftraget euren Kindern, zu beobachten, auszuüben all die Worte dieser Lehre. 5. M. 4, 9—10: und mache sie bekannt deinen Söhnen und den Söhnen deiner Söhne, den Tag, da du standest vor dem Ewigen, deinem Gott, am Horeb, da der Ewige zu mir sprach: Versammle mir das Volk, daß ich sie hören lasse meine Worte, die sie lernen sollen, mich zu ehrfürchten, alle Tage, die sie auf Erden leben, und die sie ihre Kinder lehren sollen. 5. M. 6, 7: Und du sollst sie (die Worte von der Einig- Einzigkeit Gottes und von der Liebe zu ihm) deinen Kindern einschärfen.