Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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38 Mittel, Zweck und Ziel der Erziehung in Israel. Einsicht — körperlich betätigen kann, so soll es diese üben. Übung macht den Meister. Die Macht der Übung und Gewöhnung bearbeitet den Boden für die folgende Stufe, die sich an den Geist wendet, die das Samenkorn der Lehre in der; steinigen Acker des Pflichtlebens ausstreut. Die schwierigste Arbeit wird bereits geleistet sein, wenn die Hindernisse, die das Triebleben dem Pflichtleben entgegenstellt, durch die Macht der zur zweiten Natur gewordenen Gewohnheit beseitigt sind. חייך die Weihe für bestimmte Zwecke, für ein höheres Pflichteben, ist die Erziehung durch Beispiel und Gewöhnung, durch Überredung und Liebesworte. Die Gegenliebe des Kindes, das auf die Eltern schwört, das nichts lieber übt, als der Eltern Tun nachzuahmen, läßt die elterliche Bemühung durch חייך unbedingt erfolgreich sein. Der kindliche Geist ist inzwischen in seiner Entwicklung' mächtig vorgeschritten. Er ist jetzt Gründen zugänglich geworden. Er fragt: warum und wozu? Er befindet sich im• Stadium des הכם in מה נשתנה. Auch die Strebungen haben bestimmte, von dem Erzieher gewollte oder gefürchtete Pichtung genommen. Da bedarf die Erziehung ihres eindruckvollsten Mittels: למיד, der Lehre, und zwar des positiven Disziplinarmittels: מוסר, des Zuchtwortes, und des negativen: תייכחת, der Verwarnung und der Strafandrohung. Diese dritte Stufe des Erziehungsweges baut auf dem durch אמן und חניך gelegten Fundament weiter, wirkt gleicherweise auf Fühlen, Denken und Wollen und verschmäht neben der liebevollen Ermunterung nicht des vernünftigen, dem Schüler einleuchtenden Zwanges. Diese drei Mittel der Erziehung: אמן יחייך ללמוד letzteres als •מוסר und תוכחת, fassen wir nach Jes. 1, 2 zusammen in den Begriff גדיל בנים Kinderziehung. III. Erziehungswerk und -Mittel im alten Israel unterscheiden sich nicht wesentlich von dem, was wir heute Erziehung nennen. Freilich, eine allgemeine Schulpflicht gab es bei unsern Altvorderen nicht, weil sie wahrscheinlich nicht nötig war.