Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Probleme der Pentateuchexegese. 35 Diese Wundertat Gottes hatte aber, genauer betrachtet’ einen höheren moralischen Zweck. Israel sollte sowohl in Ägypten als auf seiner 40jährigen Wüstenwanderung, als Volk Gottes, sich von jeder Gewalttat fernhalten. Es wird zu wiederholten Malen ermahnt, bei seinem Durchzuge durch andere Länder stets Speise und Trank für Geld zu kaufen (vgl. Deut. 2, 6; 28 f.). Israel sollte ein gesittetes, kein räuberisches Volk werden. Nun war der Natur der Sache nach zu befürchten, daß ein Sklavenvolk, welches Jahrhunderte lang gepeinigt, ausgesogen und verarmt war, die Verwirrung beim Sterben der Erstgeborenen dazu benutzen werde, durch Eaub und Plünderung sich an seinen Peinigern zu rächen. Um einem solchen Frevel vorzubeugen, gab Gott dem Moses die Verheißung (Exod. 3, 21 ff.): ״Ihr werdet nicht leer ausziehen״. Aber nicht rauben, sondern bitten sollt ihr um Geschenke, die nach Gottes gerechtem Gesetze dem entlassenen Sklaven gebühren; und die Ägypter, das versichert Gott, werden solchen Bitten gern naehkommen. — So aufgefaßt, hegreift man erst, warum dieser Tatsache in der Bibel so oft Erwähnung geschieht (Gen. 15, 14; Exod. 3, 21 ff: 11, 2 f. 12. 35 f. Ps. 105. 37). Es ist ein wichtiger Akt im göttlichen Erziehungsplan für sein Volk und die Menschheit. den bisher mit Unrecht Bedrückten und Verfolgten bedingungslos Eingaben? Dies wird doch wohl Kittel nicht behaupten wollen! Die spätere Verfolgung der Israeliten von Seiten der Ägypter wird auch von der Schrift als ein Wandel der früheren günstigen Gesinnung gegen jsrael bezeichnet, Exod 14, 5, wobei die Ägypter ausriefen: ״Was haben wir da getan, daß wir Israel aus der Knechtschaft entließen '?“ Daß die Israeliten ihnen ihre Kostbarkeiten entwendet haben, sagen sie nicht•!!üüüülüiüil! 3*