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Jeschurun · 1916-01-01 · Heft 1 (Januar 1916) · p. Seite 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 1 (Januar 1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 33 (sequence 33)
Language
German
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Probleme der Pentateuch exegese. die üblichen Geschenke1) mitzugeben, in so reichem Maße nach* *׳ kamen, daß sie ihren eigenen Schmuck, den sie angelegt hatten, ablegten und den Israeliten als Abschiedsgeschenke mitgaben. Derselbe Gott, der nach Psalm 105. 25 ehedem der Ägypter Herz gewandelt, Israel zu hassen und zu knechten, hat zur bezeichnet*}. — Wenn Kittel trotz der hier gegebenen richtigen Erklärung־ der Chronik-Stelle dennoch (1. c. S. 55) behauptet: ,,’Durch 2. Chron. 20,25 ist ... . die Bedeutung spoliare (für כצל) gesichert“, so kann ich über dieses Beharren beim Irrtum nur mein Bedauern ausdrücken und es dem unbefangenen Leser überlassen zu entscheiden, wo die Wahrheit ist. 0 Daß es üblich war. einem Sklaven bei seiner Freilassung reichlieh Geschenke mitzugeben, lehrt Deut. 14,22. Nach Talmud Kidduschin 17 a mußte das Minimum, das man einen! hebräischen Sklaven mitgeben sollte, einen Wert von 30 Schekel haben. Daß es hier ebenfalls sich um solche Geschenke handelte . beweist der Ausdruck: &לא תלפוץ דיק ,,ihr werdet nicht leer ausziehen“ (Idxod. 3, 21 j ganz so, wie das Gebot beim Sklaven lautet: לא תעןלחכי ריקם Du sollst ihn nicht leer entlassen. Dies wird dort bereits vom Sifiü bemerkt. — *)Hierzu bemerkt Kittel (1. c. S. 541.): ,.Daß überhaupt ein späteres israeiitisches Sklavengesetz doch unmöglich ohne weiteres auf das Yeriiältnis Israels zu den Ägyptern angewandt werden kann“. Allein wenn Gott in seinem Gesetze es für recht und billig erklärt, daß man einem Sklaven, der nur 6 Jahre gedient hat, bei seinem Abgänge reiche Geschenke mitgebe, so ist es doch ebenso den Anforderungen der Berechtigkeit und Billigkeit entsprechend, daß die Ägypter den Israeliten, die ihnen Jahrhunderte als Sklaven dienten, bei ihrem Abzüge Geschenke mitgeben. Wenn nun Gott den Israeliten sagen läßt, sie sollen durch Bitten diese gerechten Ansprüche erheben, und den Sinn der Ägypter dahin lenkt, daß sie diesen Bitten Gehör schenkten; so kann nur die ,,Judenfeindschaft“ (die Kittel selbst verurteilt) dies für unmoralisch erklären. *) Nachbemerkung. Herr Prof. Kittel macht mir (1. c. S. f>0 und 61) zu wiederholten Malen den Vorwurf, daß ich nur die Thora als .,Heilige Schrift1־ gelten lasse, die Propheten halb und halb ablehne, als ob sie nicht zur jüdischen Bibel gehörten und dadurch nur den Judenfeinden neues Material liefere für ihren Satz: .,Die Hebräer haben gar keine Religion“. — Nun, ich habe mein Gutachten zu wiederholten Malen mit Sorgfalt durchgelesen und vergebens einen Satz gesucht, der auch nur im entferntesten so gedeutet werden kann, daß er das sagt, was Kittel mir imputiert. Welche Worte in obigen Ausführungen Herrn Prof. Kittel zu seinen Vorwürfen Veranlassung gaben, ist mir unerfindlich. 3

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