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Jeschurun · 1916-01-01 · Heft 1 (Januar 1916) · p. Seite 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 1 (Januar 1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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Probleme der Pentateuchexegese. 21 Bettediktion des Morgengebetes aus. Anstatt kurz zu sagen: ״Gebenedeiet sei JW!“, sagen sie felgende Sätze: ״Gebenedeiet sei der. welcher durch sein Wort die Welt ersehaffen; gebenedeiet, der alles aus dem Nichts erschaffen; gebenedeiet, der seine Verheißungen erfüllt; gebenedeiet, der seine Beschlüsse vollzieht; gebenedeiet, der sieh der Erde er- *barmt; gebenedeiet, der sich seiner Geschöpfe erbarmt; gebene- <5eiet. der Heils-Belohnung seinen Verehrern erteilt; gebenedeiet sei der Ewiglebende und Immerdarbestehende; gebenedeiet sei der Erlöser und Erretter; gebenedeiet sei sein Name“!)• Die in den jüdischen Schriften zumeist gebräuchlichen Epitheta für den Namen JW sind: ״Rachmana, (רחמנא) der Allbarmherzige, Allliebende, und ״Ha-kadosch baruch hu“ (חקדוש״בחך היא), der Heilige, gebenedeiet sei er. In der talxnudischen Literatur gilt es als Axiom, daß der Name JW stets das Attribut der Liebe und Barmherzigkeit Gottes (מדת הרחמים) der Name אלדים (Gott) aber die AUgerechtigkeit Gottes (]מרח הדי) ausdrückt. ״Gott vereinigt in seiner Weltleitung die Gerechtigkeit mit der Liebe“,;*sagt der Talmud. Nach alledem müssen wir die vorliegende Frage bej ahend beantworten. Vorbemerkung zu Frage II. Die mit *) bezeichneten Anmerkungen sind erst nachträglick zur Abwehr der von dem Obergutachter Prof. Kittel gegen diesen Teil meines Gutachtens gerichteten Angriffe hinxugefügt worden. Frage II. ״Wie stellt sich das heutige Judentum (als Religionsgemeinschaft) zu den Erzählungen des Alten Testaments, in welchem dem Herrn ('ה) allerdings Handlungen und Aussprüche zugeschrieben werden, die nach heutiger Anschauung weder vom religiösen, noch vom ethischen, teilweise auch nicht vom rechtlichen Standpunkte gebilligt werden können?“ *) Die Erklärung dieser Deutungen des Namens JW, sowie die Nachweise derselben in den alten Traditionsquellen habe ich in meinem Kommentar zum Buche Levitikus Band I, S. 94—104 gegeben.

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