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Jeschurun · 1916-01-01 · Heft 1 (Januar 1916) · p. Seite 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 1 (Januar 1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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IO Deutschland und die Ostjudenfrage. diesem Kriege nichts weiter erlebt als die Herstellung eines großen, leistungsfähigen Schienenweges durch Kleinasien und Syrien bis an die ägyptische Grenze, die militärisch-wirtschaftliche Kräftigung der Türkei, die Beseitigung des serbischen Riegels zwischen Mitteleuropa und dem Orient, endlich die Fortdauer des gegenwärtigen Bündnisses zwischen Deutschland. Österreich-Ungarn, Bulgarien und den Türken, daun ist fortan eine Politik englischer Nichtachtung unserer Literessen unmöglich. Auch wenn Ägypten in englischer Nutzung Ipiebc, so ständen dem mitteleuropäisch-orientalischen Staatenverband starke Zwangsmittel zur Verfügung, Der deutsch-englische Friede kann also eine ganz solide Sache sein, wenn England weiß, wo der Zügel für seine Politik gegen uns sitzt. Wie aber sollen wir den Schlüssel zum Ausgleich mit Rußland finden? Zwischen uns und Rußland steht die Türkei, stehen die türkischen Meerengen, steht Konstantinopel. Das Schwarze Meer, der Bosporus und die Dardanellen besitzen für Rußland nicht mehr eine bloße machtpolitische Bedeutung wie früher, sondern sie sind zum lebenswichtigen Erfordernisse für den russischen Organismus in seiner jetzigen Gestalt und seinen jetzigen Entwiche! ungsteiidenzen geworden. Rußland wird um dies Ziel kämpfen, solange es Kraft und Willen genug behält, sich auch nach einer Niederlage auf sein vielhimdertjähriges Daseins- und Wachstum sprinzip zu besinnen. Die gegenwärtige Bundesgenossensehsir Deutschland - Österreich—Ungarn—Türkei — Bulgarien hält die Schlüssel für die Ein- und Ausfuhr des lebenswichtigsten Teiles der russischen Volkswirtschaft aber fest in der Hand. Ebenso ist in der Ostsee die deutsche Seemacht stark genug und wird es nach dem Kriege erst recht sein, um Rußland nm Konfliktsfälle an der Benutzung der Passage zwischen dem baltischen und dein Weltmeer zu hindern. Daran können wir nichts ändern, selbst wenn wir es wollten, denn mit jedem Schritt in dieser Richtung vor allem bei Konstantinopel und Gallipoli würden wir den türkischen Bundesgenossen preisgeben und brächten uns selber in die größte Gefahr. Wo bleibt

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