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Jeschurun · 1916-01-01 · Heft 1 (Januar 1916) · p. Seite 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 1 (Januar 1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Deutschland und die Ostjuden frage. 9 und Rußland, unsere Gegner“1) kommt er von völlig anderen Erwägungen ausgehend zu dem gleichen Resultat. Er will ohne weiteres zugehen, daß England uns angegriffen habe in der kaltblütigen Absicht, uns mit Hilfe seiner Bundesgenossen nDderzuscliiagen und zu berauben, daß alle offiziellen Redensarten vom Kampf für Kultur und Freiheit usw.. soweit die politisch verantwortlichen Kreise in Betracht kommen, nur bewußte Heuchelei ist, daß auch der Teil der englischen öffentlichen Meinung, der ein Bedürfnis nach moralischen Kriegsgriiiiden hat, sieb mit einem Minimum begnügt, daß im Hintergründe bei den meisten der Gedanke schlummerte: „Wenn Deutschland .heute vernichtet würde, so gäbe es morgen keinen Engländer, der nicht um so viel reicher geworden wäre.“ Und wenn er persönlich durchaus der Meinung sei, daß es in England eine Partei gegeben, die den ehrlichen "Willen eines Ausgleichs mit Deutschland hatte, so dürften wir uns doch nicht beim Nachdenken über unser zukünftiges Verhältnis zu England von der Rücksicht auf jene ehrenwerte aber politisch schwächliche und praktisch einflußlose Gruppe leiten lassen, mit jener ungleich stärkeren und gewissenloseren Partei abzurechnen, deren Ziel es war, Deutschland auszuplündern, um England reicher und allein mächtig zu machen. Allein Menschen dieser Art seien, sobald sie einsehen, daß der Kampf mit dem Überfallenen ungünstig für sie zu werden droht, auch bereit, die Rolle zu wechseln und statt des Halsabschneidens ein — möglichst wenig nachteiliges — reelleres Geschäft zu machen. So liegt auch auf unserer Seite kein Grund zur Sentimentalität in dem Sinne vor, daß wir in einer Verwechselung der Rollen des menschlichen und des übermenschlichen Richters den Kampf um des Sühneprinzips willen auch dann noch fortsetzen, wenn wir merken, daß es eine nützliche Gelegenheit gibt, gezwungener besserer Einsicht des Räubers das Ohr zu leihen. Dieser Zeitpunkt wird einmal kommen. Wenn England in fl Deutsche Politik, Wochenschrift für Weit- und Kultur - Politik 1. Januar 1916, S. 2 ff.

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