Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Deutschland und die Ostjudenfrage. zu .schonen nicht gewohnt ist, kann er mit seinen Millionenheeren uns erdrücken, besonders da die moderne Kriegführung eine Technik ist, die auch Barbaren erlernen und deren Werkzeuge sie zwar nicht erfinden, aber benutzen können. Beides, die Masse und die Technik zusammen, vermag den Unterschied der moralischen Qualitäten auszugleichen. Also darüber sind wohl heute alle Deutschen einig, daß dem russischen Staate seine bisherige Westgrenze lassen soviel hieße, wie die Kosaken zur baldigen Wiederholung ihres Besuches in Ostpreußen einladen. Vor der Gefahr will ich warnen: daß der im ganzen deutschen Volke flammende Engländerhaß den immer noch vorhandenen heimlichen Russenfreunden helfen könnte, die Maßgebenden zu einem für Rußland günstigen Separatfrieden mit diesem zu verleiten. Der Engländerhaß ist berechtigt, aber Sympathien und Antipathien haben in der auswärtigen Politik zu schweigen, das Volks- und Staatswohl hat allein zu entscheiden. Die Westmächte müssen uns zürn Frieden bereit finden, sobald sie sich von der Erfolglosigkeit ihres Ringens überzeugt haben. Der Krieg gegen Rußland dagegen muß fortgeführt werden, bis die Macht des Zartunis gebrochen und uns Deutschen die Pforte zur Expansion nach Osten und Südosten geöffnet ist.“ Soweit in sehr gedrängtem Auszuge von dem Hauptinhalt des Buches von C. Jentsch. Wir wissen nicht, was man gegen die Wucht dieser Argumente einwenden könnte. Und sie sind vorgebracht, ohne daß der Verfasser auch nur mit einem Wort das Schicksal der Juden streift. Hören wir noch Paul Rohrbacli, der für die Gestaltung eines „Größeren Deutschlands“ einer der am meisten berufenen Sprecher ist. Seine Darlegungen in dieser Frage fallen von einem entgegengesetzten Gesichtspunkt ins Gewicht. Er hat in seinem „Deutschen Gedanken in der Welt“ und verwandten Schriften nie die Richtung wie C. Jentsch genommen, sondern die Zukunft Deutschlands mehr analog der des britischen Weltreichs gewünscht. In seinem letzten Aufsatz „England