Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Deutschland, und die Ostiudenfrage. Kulturstaaten ein sittliches Unrecht ist. Geradeheraus wagt das die Presse noch nicht zu sagen, aber das Gewissen der Nationen spricht es laut aus in ihren gegenseitigen Beschuldigungen. Keine will den Krieg gewollt haben: wenn sie ihn für sittlich erlaubt hielten, brauchte sich doch keine zu schämen, sich als die Urheberin zu bekennen. Kulturstaaten dürfen gegen Kulturstaaten nur Verteidigungskriege führen! Diese Wahrheit wird als unausgesprochen anerkannt. Sie muh aber durch die andere ergänzt werden, daß gegen einen Barbarenstaat, in welchem es wenig oder nichts zu zerstören, dagegen vieles aufzubauen, gesundes Leben zu wecken und zu schaffen gibt, ein Angriffskrieg erlaubt ist und unter Umständen 'Pflicht sein kann. Die Weltgeschichte zeigt, wie das Gebot des Schöpfers I. Hose 1,28 ausgeführt wird: „Wachset und mehret euch und erfüllet die Erde und macht sie euch untertan.*' Die Weltgeschichte ist fortschreitende Besiedelung der Erdoberfläche und fortschreitende Dienstbarmachung der Naturkräfte: eine immerwährende Kolonisation. Selbstverständlich muß diese von dichtbevölkerten und hochzivilisierten zu dünn bevölkerten und unzivilisierten Ländern fortschreiten. So töricht es v>7äre, wenn wir Frankreich und Belgien oder gar England besiedeln wollten, so dringend notwendig ist es, daß wir ostwärts Vordringen und in schöpferischer Arbeit das große Werk vollbringen, das bereits beschrieben wurde. „Damit sind wir bei der vierten Wahrheit angelangt, die der Krieg allen nicht ganz Blinden sichtbar gemacht hat, daß das Zartum unser gefährlichster Feind ist. Einer akadedemischen Beweisführung bedarf es jetzt nicht mehr. Ostpreußen und Galizien schreien uns den Beweis ins Ohr. Die Westmächte haben gehofft, die russische Dampfwalze werde Deutschland zermalmen. Ganz so schlimm ist's nicht gekommen. Aber schlimm genug ist, was wir erlitten haben, und Schlimmeres ist, auch wenn der Zar nicht mehr westmächtlichen Beistand findet, in Zukunft zu fürchten. Die kaninchenhafte Fruchtbarkeit seiner Slawotataren beschert dem Zaren allmonatlich ein neues Armeekorps, und da .,VäterchenMenschenleben