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Jeschurun · 1916-01-01 · Heft 1 (Januar 1916) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 1 (Januar 1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 Deutschland und die Ostjuden frage. verdeckt die Fehler seines Volkes nicht: aber seinen glühender. 'Patriotismus zu bezweifeln, kann keinem Verständigen eintällen. Wer seine Schriften kennt, weiß, daß ihn nur das Interesse Deutschlands leitet, ihm jede sentimentale Rücksichtnahme auf die unterdrückten Völker oder gar auf die Juden (!) fernliegt. Das alles ist zehn Jahre vor dein Kriege geschrieben, Hören wir, was deutsch im letzten Kapitel an Lehren aus dem Weltkrieg zi eilt: „Im Jahre 1905 ward uns die Gelegenheit geboten, uns-:? Verhältnis zu Rußland zu regeln: daß sie nicht benützt wurde, büßt jetzt das deutsche Volk mit Strömen seines edelsten, kostbarsten Blutes und mit einer wirtschaftlichen Einschnürung, deren Folgen nur dann rasch verwunden werden könnten, wem uns der vollständige Sieg besehieden wäre .... Das Gegenteil geschah. Die preußische Regierung leistete gefällig der russischen Dienste, indem sie russische Untertanen auswiem die ihr die russische Polizei als verdächtig bezeichnete. Aber hätte auch die Regierung 1905 ein Heer nach Rußland geschickt. so hätte sie das Volk nicht hinter sich gehabt, und der Reichstag hätte die Kosten des Unternehmens nicht bewilligt, Die Konservativen waren noch ins Zartum verliebt. Die ganze Linke schwärmte für die Expansion nach englischem Muster. Jetzt hat sieh ein großer Wandel der Anschauungen vollzogen Der Krieg lehrt erstens, daß die Volkswirtschaft nach englischem Muster ein falsches Ideal ist, falsch nicht etwa der Handelsfreiheit wegen, die vielmehr anzustreben ist, sondern weil unsere Linke die Volksernährung auf die Ausfuhr von Industriewaren zu gründen gedacht. Zweitens zeigt der Krieg, daß die westwärts gerichtete Orientierung unserer Politik falsch war. Einsichtige wußten ja längst* daß uns keine der Westmächte für sich allein gefährlich werden kann und daß es auch beide zusammen nicht können, Frankreich ist zu schwach. England aber kann als Seemacht einen Stoß ins Herz gegen die deutsche Landmacht nicht führen* Drittens erinnert der Krieg daran, daß ein Krieg zwisc heu

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