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Jeschurun · 1916-01-01 · Heft 1 (Januar 1916) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 1 (Januar 1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 Deutschland und die Ostjudenfrage. sondern unter einem anderen Titel bereits 1905 veröffentlicht wurde und eine Sammlung von Aufsätzen ist. die zum Teil zwanzig Jahre zurüekli egen *). Hier wurde die Entwickelung vorausgesagt und Richtlinien sind hier für die Erweiterung der Machtstellung Deutschlands angegeben, die jetzt durch unsere Erfahrungen im Weltkrieg erst in ihrer ganzen Bedeutung erkannt werden können. Wir geben im Nachstehenden die Grundgedanken wieder. Die stetige Volksvermehrung verwickelt die deutsche Landwirtschaft in einen unlöslichen Widerstreit mit den Bedürfnissen der Volksernährung, bedroht jene mit dem Untergang- und treibt Deutschland in die Entwickelung zum reinen Industriestaat hinein. Deutschland als reiner Industriestaat ist nicht existenzfähig. Aber diese Entwickelung wäre auch aus allgemeinethischen, religiösen, sozialen und politischen Gründen ein Unglück. Ist die Landbevölkerung überall der eigentliche Quell für die politischen und ethischen Kräfte eines Volkes, so ist sie es für Deutschland im gesteigerten Maße. Der Bauernstand kann aber mir in dem prozentual richtigen Verhältnis erhalten bleiben, wenn ihm genügend Land zur Verfügung steht. Wo immer in anderen Ländern der Deutsche sich ansiedelt, da geht er seinem Vaterlande verloren. Große zusammenhängende Kolonien, die eine ins Gewicht fallende Bauernbevölkerung aufnehmen könnten, sind nicht mehr vorhanden. Der einzige Weg der Ausdehnung ist nur im Osten gegeben. Hier ist ein Volk J) „Der Weltkrieg und die Zukunft des deutschen Yolkr.s“ von Carl Jentsch, 3. 'Auflage, Verlag L. Ferber, Berlin, 224 »Seiten. Dies- Buch sollte ein jeder gelesen haben. Es ist eines der wenigen Bücher unserer Zeit, die auf engem Baum eine Fülle von Belehrung bieten. Wer mit Jentsch’ literarischer Tätigkeit vertraut ist, merkt bald, daß m hier in nuce den Inhalt seiner nationalökonomischen und politischen Theorien niedergelegt hat. — Übrigens wird der Wert der obigen Ausführungen von Jentsch für unser Thema „Die Ostjuden frage“ noch dadurch erhöht, daß Jentsch nichts weniger als ein Freund der Juden ist, ja an den wenigen Stellen, wo er sie erwähnt, sich in abfälligem Sinne äußert.

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