Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1915)
- Date
- 1915-12-01
- Page
- – (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2292929-2292942-2292954--01116-2294365- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Hrodna 1× ep/1044655
OCR text
590 Bilder aus Littauen. In Grodno ist es schon schwer, Kübel anzubringen, ln Suwalki muß man Aufschlag zum Zwangskurse zahlen und dann ists noch schwer, die Rubel los zu werden. Das Vertrauen zum allmächtigen Rußland ist dahin. Schließlich ist die Ladung erstanden. Der schwere Rückweg. Der Droschkengaul protestiert gegen seine Degradierung zum Lastwagenpferd ״standhaft“ alle Viertelstunde. Jetzt kommt die Wachtstation, die den Tabak konfisziert hat- Richtig, wieder Revision. Deutsche Soldaten brauchen auch Seife, jawohl Toilettenseife. Ihr Russen glaubts wohl nicht. Also für die Seife gibts wieder einen Schein, einen guten Schein mit Unterschrift und Stempel. Der Droschkengaul ist mit der Verminderung der Last wohl zufrieden. Also hü, hot! Um Mitternacht näherte sich Roß und Reisige Grodno. Aber noch eine Revision vom Posten an der Brücke. Alles in Ordnung! G־Lob. Halt! ״Wo ist das Pferd her?“ ״Das ist mein Pferd“, stolz der Besitzer, ״Nein, das ist ein deutsches Pferd, das habt ihr gestohlen“. ..Nein, ich habs nicht gestohlen. Es ist in Grodno von einem deutschen Soldaten umgetauscht worden, dem war dies Pferd krank geworden, er nahm meins dafür. Ich habe dies Pferd ausgeheilt“. ,,Das kann jeder sagen, das Pferd bleibt hier.“ Da hilft kein Beten und kein Bitten. Das Pferd wird ausgespannt. Der Jude bekommt einen Schein, einen guten Schein mit Unterschrift und Stempel. Drei Scheine, drei gute Scheine! Jiddische Glücken!