Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 29

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 12 (Dezember 1915)
Date
1915-12-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2292929-2292942-2292954--01083-2294332
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Christian Science. 557 man, selbst am Sabbat, über dem Stich ״flüstern״‘, um sein Gemüt zu beruhigen und seinen Mut zu stärken. Wenn die Sache auch absolut nichts hilft, so hat man sie doch erlaubt, damit des Kranken Sinn nicht verwirrt werde“ (Hilchot Akkum XI, 11). Und weiter sagt er: ״Wer über einer Wunde flüstert und einen Bibelvers sagt oder über einem Säugling aus der Bibel liest, damit er sich nicht ängstige oder auf ein Kind eine Bibel oder Teflllin legt, damit es einschlafe, der treibt nicht nur Zauberei, sondern er leugnet auch das Wesen der Thora selbst: denn er macht aus der Thora ein Heilmittel für den Körper, während sie doch nur ein solches für die Seele darstellen soll, denn es heißt: Leben seien sie für deine Seele. Wenn dagegen ein Gesunder Bibelverse und Psalmen liest, damit das Verdienst dieser heiligen Beschäftigung ihn schütze und er dadurch vor Not und Schaden gerettet werde, so ist dies erlaubt“. Interessant ist eine Stelle des Talmud (Aboda sara 55 a), wo von scheinbaren Wunderheilungen bei Wallfahrten die Rede ist, die aber als Zufall gedeutet werden. ״Sonan sagte zu R. Akiba: Wir sind beide überzeugt, daß am Götzendienst nichts Wahres ist, und doch sehen wir Menschen, die von Krankheiten gebrochen hingehen und geheilt zurückkommen.“ R. Akiba antwortet mit einem Gleichnis: ״In einer Stadt wo 11 nt ein Mann, der sich allgemeinen Vertrauens erfreut, so daß alle ihm ohne Zeugen Wertsachen in Verwahrung geben, nur einer nicht. Eines Tages hat auch dieser die Zeugen vergessen, und die Frau des Verwahrers rät ihrem Manne, sich an dem Miß- Iranischen zu rächen und das Depot abzuleugnen. Aber der Mann erwidert ihr: Sollen wir, weil dieser eine unschön gegen uns handelt, unsere Ehrlichkeit aufgeben? — Wenn Gott einem Menschen Krankheiten schickt, bestimmt er gleich, wann sie kommen und wann sie gehen sollen, an welchem Tage, zu welcher Stunde, durch wen und durch welche Arznei. An dem Tage, an dem die Krankheit aufhören sollte, wallfahrtet jener zufällig zu dem Götzen, und nun sollte eigentlich das Leiden nicht enden, sondern wieder anfangen; aber die Leiden

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.