Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1915)
- Date
- 1915-12-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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556 Christian Science, sundheit schädigen könnte. Und R. Chanina meinte sogar, daß alles von der Bestimmung Gottes abhängig sei, außer den Erkältungen, die der Mensch sich durch eigene Schuld zuziehe *Baba mezia 107b.) Die Anerkennung des Arztes und seiner Tätigkeit durch das Gesetz erhellt daraus, daß seine sachverständige Äußerung über das Vorhandensein einer Lebensgefahr genügt, um daraufhin z. B. den Sabbat zu entweihen. Die Anschauung vollends, daß unter grober Mißachtung einer natürlichen Bebandiungsweise lediglich durch das Hersagen von Gebetsformeln die Heilung erzielt werden könnte, ist mit der jüdischen Auffassung nicht zu vereinigen. Die Thora warnt in den schärfsten Ausdrücken vor Wahrsagerei und Zauberei und sagt mit Bezug darauf: ,.Ein Greuel ist dem Ewigen jeder, der solches tut■״, denn ״ganz sollst du dem Ew., deinem Gotte, angehören*• (Deut. 18, 12,13). In der Misclma (Sänkedrin X, 1) wird zu denen, die keinen Anteil haben an der zukünftigen Welt, auch derjenige gerechnet, der über einen Körperschaden ״flüstert‘' (הלוהש) und dabei spricht: .,Jede Krankheit, die ich auf Ägypten gelegt, werde ich dir nicht auferlegen, denn ich, der Ewige, bin dein Arzt״. Der Talmud teilt allerdings auch eine Reihe von sympathetischen Mitteln und von ..Sprüchen“ mit. die gegen Krankheiten angewandt wurden, und spricht allgemein den Satz aus: .,Was zu Heil־ zwecken geschieht, gilt nicht als heidnischer Brauch". Preuß1) sagt richtig: ״Es war Grundsatz geworden, zu Heilzwecken alle Mittel zu erlauben, außer Götzendienst. Blutschande und Mord, von einem Verbot von Dingen, selbst von solchen, die man als abergläubische erkannte, dagegen abzusehen, wenn der Kranke an ihre Heilwirkung glaubte und nicht einer der genannten drei Faktoren in Frage kami;. Und so referiert denn auch Maimonides über die einschlägigen Be- Stimmungen des Talmud mit folgenden WTorten, die im wesentliehen auch in den Sehulchen Arueh übergegangen sind: ״Hat jemanden ein Skorpion oder eine Schlange gebissen, so darf ') Biblisch-talmudische Medizin S. 167.