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Jeschurun · 1915-12-01 · Heft 12 (Dezember 1915) · page 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 12 (Dezember 1915)
Date
1915-12-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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55° Der Midrasch ha־gadol. W erke mit besonderer Vorliebe Stellen ans Maimonides ״Jad ha-chasaka״ wörtlich abgeschrieben hat. Die besondere Wichtigkeit dieses Midrasch besteht in den in ihm enthaltenen alten halachischen wie aggadischen Midraschim, die uns zum großen Teil bereits verloren gegangen sind, ferner in den oft besseren Lesarten, welche der Verf. dieses Midrasch im Talmud, Sifra. Sifre und vielen Midraschim vor sich hatte. Von den halachischen Midraschim, die uns nicht mehr in ihrer ursprünglichen Gestalt zu Gebote stehen, aber vom Verf. des M. hag. zum größten Teil exzerpiert wurden, sind die wichtigsten: 1) Die Mechilta des R. Simon ben Jochai zu Exodus: 2) der Sifre sutta zu Numeri: o) die Mechilta zu Deuteronomium. Es verhält sich jedoch der Midr. hag. zu den von ihm ausgezogenen Quellen nicht in gleicher Weise wie die andern verschiedenen Jalkut-Sammlungen. Letztere nennen die Quellen, aus denen jede Stelle geschöpft ist. mit Namen, zitieren auch alles wörtlich,'ohne an ihrer Vorlage etwas zu ändern. Dagegen ist im Midr. hag. die Quelle niemals genannt, und es ist dem Herausgeber dieses Midrasch die nicht leichte Aufgabe gestellt zu jeder Stelle die Quelle des Midrasch aufzusuchen. Nach Lösung dieser Aufgabe wird es jedem, der von dem Midrasch Gebrauch macht, leicht sein zu erkennen, inwieweit sich der Verf. desselben gestattet hat. seine Quelle zu modifizieren oder mit einer Stelle aus einem andernen Werke zu verbinden. Denn solche Freiheiten, über seine Quellen nach eigenem Gutdünken zu verfügen, hat sich der Autor des Midr. hag. sehr oft gestattet. Nichtsdestoweniger ist der Midr. hag. von unschätzbarem Werte, besonders wegen der kostbaren Schätze der Halacha und Haggada unserer Tannaim und Amoraim, die darin ent־ halten sind, welche zum Teil noch von manchen Rischonim gekannt, uns aber bisher verloren w7are11. Diese Schätze zu heben, war bereits in einzelnen Schriften mehrmals versucht worden. Indessen ist es doch wünschenswert, daß durch Herausgäbe des ganzen Midrasch ha-gadol das gesamte Material allgemein zur Kenntnis gebracht und der jüdischen Wissenschaft zur Verwertung bereit gestellt wird.

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