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Jeschurun · 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 11 (November 1915)
Date
1915-11-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Der Fisch als Symbol. 509 Entgegenstrecken desDaumens oder eine sonstigeHandbewegung, wie sie der ungebildete Neapolitaner oder auch noch andere Europäer gegen die •Jettatura anwendet, welche man sogar dem Papste andichtet: wir Juden kennen — Ausnahmen beweisen die Pegel — keine Jettatura, das עין הרע oder das עינא בישא, wie das Aramäische es übersetzt, ist nichts anderes als der Neid, der den davon getroffenen schädigen kann; denn was vermag der Neid nicht alles gegen den Beneideten aufzuwenden, um ihn zu vernichten; die größten Verbrechen sind, dies zu erreichen, begangen worden. Wie aber können wir uns vor diesem ״bösen Blick“ schützen? Dadurch, daß wir ihn nicht durch herausforderndes Wesen provozieren. Das ist der Sinn jener Erzählung (B. bathra 118a): ״Josua sprach zu den Söhnen Josephs (als diese mehr Land, als ihnen zugewiesen war, verlangten, weil es für ihre Volkszahl nicht ausreichte): Wenn du zahlreich an Volk bist, dann steige in die Wälder! d. h. versteckt euch in den Wäldern, daß euch der ״böse Blick“ nicht treffe, worauf sie ihm antworteten, wir sind von Josephs Nachkommen und sind durch den alten Segen davor geschlitzt.“ Josua riet ihnen, so sagt der Talmud, ihren Besitz da zu vermehren, wo es weniger den anderen bemerkbar ist, um nicht den Neid der anderen auf sich zu ziehen, was zu Streitigkeiten und Feindseligkeiten führen könnte. Sie aber antworten, ״sie seien durch den Segen ihres Ahnen, der ihnen die Selbstzucht angewöhnt hat, gegen jeden Versuch der IJberhebung und des Sichhervordrängens gefeit, so daß sie nicht den ״bösen Blick“, d. h. den Neid hervorrufen werden1). Aber auch noch anderweitig wird der Segen des fischgleichen Lebens als Symbol verwertet. ״Wie die Fische, die das ganze Jahr über im Wasser leben, dennoch beim Regenfall an die Oberfläche schwimmen und lechzend nach einem Wassertropfen נ) In der im hebr. Idiom geschriebenen Mischna wird ein Unterschied zwischen;יכין רעד, das dem es anhaftenden Menschen Verderben bringt und dem ין הרע>, das dem Bileam vindiziert wird, gemacht. Das erstere ist der Neid, der den Neidischen selbst verzehrt, das letztere der Neid, der den anderen zu vernichten trachtet.

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