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Jeschurun · 1915-11-01 · Heft 11 (November 1915) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 11 (November 1915)
Date
1915-11-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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508 Der Fisch als Symbol. ״Was״, fragte Antoninus entrüstet, ״am Leviathanmahle darf ich teilnehmen, vom Pesachopfer darf ich nicht genießen?“ ״So ist es“, antwortete B. Jehuda, ״vom Pesachopfer ist als einem nationalen Opfer, das ein Bekenntnis zum Judentum ausdrückt, dem Nichtjuden zu genießen gesetzlich untersagt, wie könnte er auch durch seine Teilnahme sich zu einem Glauben und zu einer Nationalität bekennen, der er nicht angehört, aber auf den Anteil am Leviathanmahle, d. h. den Teil am ewigen Leben, hat jeder Mensch Anspruch, der im Leben seine Pflicht getan und ׳menschlich in seinem Handeln gewesen ist.“ Wie erhaben zeigt sich diese Anschauungsweise unserer Weisen, über den Wert des Menschen in dieser Illustration zu dem Satze: ״Die Frommen aller Völker haben Anteil am künftigen Leben“, eine Anschauung, die viele frommen, nichtjüdischen Kreise noch immer nicht gewonnen haben. Das Judentum brauchte nicht Jahrtausende, um sich zu dieser Höhe zu erheben. Der Fisch gilt denn auch als Symbol für die bescheidene Zurückgezogenheit und wird so für die Ethik verwertet. Als Jakob die Söhne Josephs segnete, sprach er: יחנו/!, sie mögen sich (gleich den Fischen) vermehren. Hier finden nun die jüdischen Weisen den Wunsch ausgesprochen, daß die Söhne Josephs ein Fisch-Dasein führen mögen, dann werden sie wie jene glücklich sein, denn in der Zurückgezogenheit, die sie, wie die Fische, den Blicken der Welt entzieht, werden sie vor dem sie möglicherweise treffenden עין הרע oder עינא בישא geschützt und darum glücklich sein. Was hat es nun mit dem עין הרע auf sich? Was die spätere Mystik daraus gemacht hat, kann hier nicht in Betracht gezogen werden, wir können uns nur auf realem Boden bewegen und die Frage nur psychologisch lösen. Daß irgend eines Menschen Auge die Macht hätte, durch seinen Blick ein anderes Wesen zu vernichten oder zu schädigen» das dürfte wohl dem jüdischen Gedanken und der jüdischen Vorstellung von der Allmacht Gottes, ohne dessen Willen nicht das Geringste geschehen kann, nicht entsprechen. Und doch kann der ״böse Blick“ Schaden bringen, und wir können ihm begegnen, wir können ihn unschädlich machen, aber nicht durch

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