Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1915)
- Date
- 1915-10-01
- Page
- – (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Abraham Berliners wissenschaftliche Wirksamkeit. 473 Tibbons, des sogen. Vaters der Übersetzer, hebräische Übertragung des arabisch geschriebenen Wörterbuches des großen Grammatikers und Lexikographen Jon ah ibn Ganäh, in der mustergültigen Veröffentlichung Wilhelm Bachers. Vor allem aber erfüllte es Berliner mit Genugtuung, einen lange gehegten Wunsch der Freunde der jüdisch-mittelalterlichen Literatur erfüllen zu können, indem der vorher nur bruchstückweise herausgegebene Diwan Jehuda Halewis durch seinen Schüler Brody, jetzt Oberrabbiuer in Prag, vollständig in seiner ganzen Schönheit aus der Hand eines vollkommen Berufenen erschlossen wurde. Auf das Zustandekommen dieser Ausgabe durch seine Förderung war er als auf die Abtragung einerDankesschuld an den gefeierten Dichter und Denker, der, wie selten einer, den Herzschlag des jüdischen Volkes verstanden hat, ganz besonders stolz. An der Institution d9r Mekize Nirdomim sollte Berliner aber auch die Freude erleben, daß die Saat, die er gepflanzt, auch reichlieh Früchte trug; denn, als er selbst, infolge Altersschwäche die Leitung des Vereins aus Händen geben mußte, wurden die Arbeiten der Gesellschaft, nach nur ganz kurzer Unterbrechung, von des Lehrers vertrautestem Freund und Schüler, Aron Freimann in Frankfurt, im Verein mit David Simonsen in Kopenhagen von neuem aufgenommen, und in steter Fühlung, mit dem nun zum Ehrenpräsidenten ernannten früheren Vorsitzenden, zum Heile der Wissen schaft unserer Gemeinschaft fortgeführt. Wir haben es versucht, ein möglichst umfassendes Bild von Berliners literarischer Tätigkeit in eignem Schaffen und Einwirken auf weitere Kreise zu entwerfen, das aber natürlich unmöglich alle einzelnen Züge seiner Leistungen wiedergeben kann. Hat er doch zahllose kleinere und größere Bemerkungen in verschiedenen Fachzeitschriften niedergelegt, die alle anregend wirken, und außerdem als langjähriger Rezensent der angesehensten, von Andersgläubigen geleiteten Literaturzeitungen sich betätigt. Als hervorstechendsten Zug seines Gesamtwirkens kann man zunächst das bezeichnen, daß er vor allem ein Meister der Detaildarstellung war. Darin bestand seine Größe, aber auch seine Schwäche, da ihm der Blick für größere Zusammen-