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Jeschurun · 1915-10-01 · Heft 10 (Oktober 1915) · page 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 10 (Oktober 1915)
Date
1915-10-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Abraham Berliners wissenschaftliche Wirksamkeit. 465 einmal gelesen werden muß. Wieder galt es für Berliner, einem alten, schon im Frühmittelalter verkannten und vernachlässigten Volksbuch zu seinem Recht zu verhelfen und es in einer möglichst einwandfreien Gestalt dem Laien- und Gelehrtenpublikum zu bieten. Zu diesem Zweck gab er, unter Anlehnung an die Vorarbeiten des verdienstvollen Samuel David Luzzatto und Nathan Adlers für das Targum Onkelos, dessen alte in Sabionetta 1557 erschienene Ausgabe neu heraus, mit Benutzung kritischer Hilfsmittel, deren volle Verwertung ihm, als Nichtphilologen, allerdings nicht möglich war, und einer Einleitung, in der das sehr schwierige Problem über den Ursprung des Targum zwar vom rein wissenschaftlichen Standpunkt nicht besonders gefördert ist, doch aber die verschiedenen Gesichtspunkte übersichtlich zusammengestellt sind. Diese Veröffentliehung, der auch die Unterstützung der Akademie der Wissenschäften, auf V eranlassung August Dillmanns, zuteil wurde, brachte Berlinern! annigfache Anerkennung vonbedeutenden Orientalisten, wie von Theodor Nöldeke, andererseits aber auch die gehässige Bekämpfung des ebenso wissenschaftlich bedeutenden, wie persönlich kleinlichen und scheelsüchtigen Paul de Lagarde. Hatte doch dieser zur selben Zeit auch sich vermessen, mit seinen unzulänglichen rabbinischen Kenntnissen über einen Forscher wie Leopold Zunz herzufallen und ihn lächerlich zu machen, und bei dieser Gelegenheit die jüdische Wissenschaft zu verunglimpfen. An der zur Ehrenrettung des Judentums geführten מלחמת מצות, die in erster Reihe der unserer Wissensehaft leider viel zu früh entrissene David Kaufmann geführt hat, nahm auch Berliner hervorragenden Anteil. Die Beschäftigung mit dem Onkelostargum und die Vorarbeiten für dessen korrekte Textesherstellung führte Berliner auch sonst in den Kulturkreis Babyloniens, der Heimat dieser Version, und gab ihm Gelegenheit zu der Schrift: ״Beiträge zur hebräischen Grammatik im Talmud und Midrasch“, die von keinem geringeren als Ignaz Goldziher, einem schon damals bedeutenden Semitisten, als höchst beachtenswert und ergebnisreich bezeichnet

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