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Jeschurun · 1915-10-01 · Heft 10 (Oktober 1915) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 10 (Oktober 1915)
Date
1915-10-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Abraham Berliners wissenschaftliche Wirksamkeit. 461 I 1 für den kulturhistorischen Boden, auf dem die Werke Raschis ׳1׳ | erwachsen sind. Als Frucht dieser fortgesetzten Studien gab er uns bei Vollendung seines 70. Lebensjahres die inhaltsvolle Schrift: ״Beiträge zur Geschichte der Raschikommentare.“ Als eine Krönung der unausgesetzten Arbeit Berliners über Raschi haben wir die zweite Edition des Pentateuchkommentars zu betrachten, die, nach vielen Richtungen hin, eine Bereicherung auf diesem Gebiete bedeutet. Mit der Herausgabe von Raschis Pentateucherklärung hatte Berliner zugleich auch dem Land, dessen berühmte Hochschulen der große Kommentator zur Vertiefung seines Wissens besucht hatte, dem Süden Deutschlands, seine Aufmerksamkeit zugewendet. Bezeichnet Raschi und der Kreis, in dem er dort geweilt hatte, den Höhepunkt der Talmudforschung für Jahrhunderte des Mittelalters, so ragt in dessen letztem Jahrzehntim weiteren deutschen Sprachgebiet ein Mann hervor, dessen Leben und Streben uns in eine der leidvollsten Zeiten des Judentums, zugleich aber auch in eine Epoche der weithin sich erstreckenden Verbreitung des Talmudstudiums hineinführt: Israel b. Petachj a Isserlein, der, aus Regensburg gebürtig, vom Ende des 14. bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts zu Marburg in Steiermark, dann in Wiener-Neustadt, wirkte und eine solche Autorität genoß, daß, wie der sonst auch gegen die Früheren sehr schroffe und kritische Salomo Lurjaes aussprach, ״man von seinen Entscheidungen nicht ab weichen dürfe“. Die von ihm herrührenden Bescheide enthalten eine Fülle reicher Belehrung halachischen Stoffes, aber auch in kulturhistorischer Hinsicht, da er durch seine unmittelbaren und mittelbaren Schüler nach den entlegensten Gegenden wirkte, und die wenig freudvolle Geschichte jener Zeit sich in seinen Gutachten wiederspiegelt. Von dieser rabbinischen Autorität und seiner Zeit hat nun Berliner eine ebenso anschauliche, wie noch heute in jeder Hinsicht erschöpfende Darstellung gegeben. Hierbei eröffneten sich dem Verfasser Einblicke in das innere Leben der deutschen Juden im Mittelalter, wofür gerade die Schriften Isserleins und der von ihm benutzten Autoritäten besonders aufschlußreich sind. Das hierbei gewonnene Material

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