Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1915)
- Date
- 1915-10-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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458 Abraham Berliners wissenschaftliche Wirksamkeit. punkte sei in diesen ״der Lehre und dem Leben im Judentum44 gewidmeten Blättern das wissenschaftliche Wirken Abraham Berliners gewürdigt, der, satt an Jahren, am 8. Jjar dem Judentum entrissen wurde. Die Beurteilung der Leistungen eines Mannes der Wissenschaft muß, selbst wenn sie von rein sachlichem Standpunkt geschieht, doch in gewissem Sinn auch an seinen örtlichen und zeitliehen Ausgangspunkt anknüpfen. Es wird sich im Verlauf unserer Darstellung zeigen, wie gerade dies vielfach für das literarische Schaffen Berliners bestimmend gewesen ist. Um es vorweg zu nehmen:B erlin er ist derTypus des jüdischenFor sehers,dessen gesamtes Streben der Anerkennung der großen Lehrer des Judentums und Erzieher zum religiösen Tun gilt. Ihre Werke wollte er dem gesamten Volke in einer solchen Form geben, daß ihre Verfasser mehr wirklich ״gelesen44 und nach ihrem wirklichen Werte geschätzt, als nur gewohnheitsmäßig ״erhoben44 werden. Im Grunde genommen, wird man ein solches wissensehaftliches Verfahren, das eben den, der es an wendet, als Mann einer ausgesprochenen religiösen Partei erscheinen läßt, als mit der wirklichen Wissenschaft nicht vereinbar erscheinen lassen. Soll diese doch voraussetzungslos sein. Aber für die jüdische Wissenschaft berührt sich mit dem zu Anfang angeführten Wort unserer Weisen der Ausspruch des Begründers der jüdischen Literargeschichte, Leopold Zunz. Wahre Wissenschaft ist taterzeugend. Treffend spricht es auch der Midrasch aus: groß ist nur die wissenschaftliche Erkenntnis, die, nach dem Worte in dem Gebet der Hanna: 'כי אל דעות ה ihren Ausgangs- und Zielpunkt zwischen der Anerkennung des allmächtigen Richters und dem Glauben an den ewigen Gott des ewigen Volkes sucht und findet. Wer diese Ewigkeitswerte auch für das jüdische Volk leugnet und nicht sein Wissenschaftliches Arbeiten auf sie einstellt, dessen Forschen ist, weil es den Grund, auf dem das jüdische Volk in seinen großen Führern sein Lehren und Leben aufrichtete, unterwühlt hat. durchaus fruchtlos. Sehen wir es doch an dem Wirken Abraham Geigers, dem das jüdische Volk als solches gar nichts galt, dem unsere