Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1915)
- Date
- 1915-10-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Abraham Berliners wissenschaftliche Wirksamkeit. 457 Werke dieses Dichters, besonders der ״Cain״, ihm den Ausdruck höchster Anerkennung entlockten, kleidet er sein Urteil in das Gleichnis der Bibel: ״Byron ist der brennende Dornstrauch, der die heilige Zeder des Libanon in Asche legt.“ Daß Lob und Tadel hier sich eng verketten, erkennt der Bibelkundige sogleich1). Den gleichen Grundton. aber deutlicher in Worte gefaßt, weist das Gesamturteil über die Dichterpersönlichkeit Byrons auf: ,Eine geniale Inspiration“ wird gerühmt, die im gewaltigen Schaffen das Höchste bezwungen, doch ,gefährlich“ verbunden war mit einem ins ״Unbegrenzte strebenden Naturell“. Erinnern wir uns, wie Herder und Goethe2) zur Prophetenkraft Elijahs geschaut, und im Windessäuseln den milden Gotteshauch erkannt, der besänftigend seine Seelenglut dämpfte, so wird uns verständlich, wenn in den Hymnus für das höchste dichterische Genie der Zeit sich Bilderund Ideen webten, die in sein Wesen, wenigstens in der Spiegelung von Goethes Seele, harmonisch sich fügen konnten. Abraham Berliners wissenschaftliche Wirksamkeit. Von Dr. Simon Eppenstein, Berlin. I. Im Talmud wird einmal die Frage aufgeworfen, ob das theoretische Studium (לימוד) oder das praktisch-religiöse Tun (מעשה) mehr Anerkennung verdient. Die Antwort lautet, daß diejenige Forschung verdienstlich ist, die zur praktischen Betätigung von Thora und Mizwoth führt. Unter diesem Gesichts- ף vgl. die Quelle: Richter 9,15 2) s. o.