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Jeschurun · 1915-10-01 · Heft 10 (Oktober 1915) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 10 (Oktober 1915)
Date
1915-10-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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448 Biblische Motive in Goethes ״Faust“. Biblische Motive in Goethes ״Faust“. Von Dr. Leo Deutschländer, Berlin. III. Neben Moses erscheint in Herders bedeutungsvollem Werk Elijahs erhabene Gestalt. Ein Liebling des Jahrhunderts, das im stürmischen Aufwärtsdrängen all seine Kräfte machtvoll enthüllte und aus der Gotterscheinung dieses Sehers den eigenen Eeuergeist gar oft zu besänftigen strebte. So Hamann und Herder1), Klopstock und Wieland1). Das Erlebnis in der Wüste ist der Höhepunkt in diesem prophetischen Leben und erscheint in getreuem Spiegelbild in den Werken der Zeit; nur in der Ausdeutung des geschichtlichen Zusammenhanges waltete der eigene Geist. Am Karmel hatte Elijah seinem Volke den Weg der Wahrheit gewiesen und mit dem Aufgebot seiner gewaltigen Kraft, der Rede und der Tat, den Kampf gegen die Baalspriester geführt; doch in der Wüste, am Fuße des Gottesberges, wohin die Verzweiflung ihn trieb, brach er zusammen, von unendlichem Weh über die Verstocktheit seines Volkes erfüllt. Da wird der müde, todeswunde Geist durch das Nahen einer göttlichen Erscheinung wundersam belebt. ״Und sieh, Gott ging vorüber; Ein großer harter Sturm, Der Berge zerriß und Felsen spaltete .... Doch Gott, er war im Sturme nicht. Und hinterm Sturme kam ein Erderbeben, Gott war im Erderbeben nicht. Und hinterm Erderbeben Feuer, Im Feuer war Gott nicht . . . .ttl) Doch nach dem Feuer ein sanftes Säuseln. Aus ihm erklang die Gottesstimme und wies dem Propheten, ״der alles im Sturme verbessern wollte, Gottes linden Gang und seine langmütige sanfte Natur2״). Mit anderem Mut vollzog er das Abschiedswerk seines Lebens, bis daß der Himmelswagen ihn der irdischen Welt auf immer entrückte. *) Geist der ebr. Poesie II2 2) Messias XI, Obern XII

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