Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1915)
- Date
- 1915-08-01
- Page
- – (sequence 77)
- Language
- German
- Belongs to
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Bosch-ha־S chanah-Symbole. 417 und Bildern Anlaß geben. An allen diesen Stellen sehen wir Sünde ־and Nuß symbolisch verflochten, ohne mit Bestimmtheit sagen zu können, aus welch wissenschaftlich abzuleitender Betrachtungsweise oder dunkel geahntem Gefühl heraus dies erfolgt ist. Denn die Symbolisierung hätte ebensogut das Nützliche und Schöne des Nußbaums berühren und zu Bildern und Vergleichen heranzuziehen vermocht, welch letzteres ja auch ausgiebig im Midrasch zur erwähnten Stelle geschieht. Warum die Anschauung gerade das Merkmal des Häßlichen und Scliädliehen festgehalten und zu einer Vorstellung gebracht, die der Idee, Nuß weise auf Sünde, kultuell Dauer und Geltung geben, wissen wir nicht, und diese Unkenntnis mag das Zahlenspiel אגוז בגמטרי׳חט erzeugt haben*). Was nun die Sitte des zum Strom-Gehens am Neujahrstage betrifft, des sogenannten ״Taschlich“, so ist die sinnbildliche Bedeutung der Handlung durch die dabei zu sprechenden biblischen Kernsprüche aus Micha VII 18,19 genügend gekennzeichnet: .,Wer ist ein Gott wie du? Der Schuld vergibt und Frevel übersieht dem Überrest seines Eigentums. Nicht für immer hält er am Zorn, weil er an Gnade Wohlgefallen hat. Darum wird er sich auch unser erb armen, wird unterdrücken unsere Vergehungen und in die Tiefen des Meeres werfen alle ihre Sünden“. Man vergleiche auch 5. B. M.IX,21. Die Übung bleibt demnach innerhalb des Gedankenkreises des Tages, an welchem Gott als die Welt richtend gedacht wird und bietet eine symbolische Anregung zur Läuterung und den Ausdruck froher Zuversicht, daß Gottes Gnade die Sünden nachsichtig ״wegschwemmen“ werde. Auch nach dem von Maharil zitierten Mythos, der von dem frommen Eifer Abrahams bei der ihm aufgetragenen Opferung Isaaks ״) Nachträglich bemerke ich,daß Güdemaim,Geschichte desErziehungswesens und der Kultur der Juden, Teil I, S. 206, in einer kurzen Anmerkung auf die Ansicht des B. d. Fr. über den Nußbaum verweist und den Brauch vor Hoschanah rabba keine Nüsse zu essen, hierauf zurückführt. Unsere Darlegungen geben der Sache einen tieferen und weiter reichenden Untergrund.