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Jeschurun · 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 75

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 8-9 (August 1915)
Date
1915-08-01
Page
– (sequence 75)
Language
German
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Roseä-ha-Schanah-Symbole. 415 Anmerkungen B,. Isserles’ (Darke Moscheh) zum Tur ist der Sachverhalt richtig angegeben. Es fehlt demnach für diese von anderer Seite לא כמקצת שנזהרים לאכול אגוזים ואומרים דאגוז בגי' הטא bestrittene, an und für sich falsche (הטא wird stets mit א geschrieben; die Ausnahme IV. M. 15,24 wird als solche vermerkt) Begründung keine Nüsse am Neujahrstag zu genießen, weil ״Nuß“ und ״Sünde“ identisch seien, jede nachweisbare Quelle, und es fragt sich, woher diese eigentümliche Gedankenverbin־ düng, die ins Volksbewußtsein so tief eingedrungen ist, daß viele tatsächlich den Genuß von Nüssen bis nach Hoschanah rabba meiden, stammt. Es sei uns gestattet eine Vermutung, die wir vor vielen Jahren in einer kurzen Notiz geäußert, in erweiterter Form hier wiederzugeben. Der Gedankengehalt einer symbolischen Handlung liegt nur selten klar zutage. Denn sie entstammt mehr dem Gefühlsleben und einer teils religiösen, teils naturwissenschaftlichen Betrachtungsweise, die der Einreihung in das logisch geordnete und wissenschaftlich festgefügte Gebiet widerstrebt. Die religiös beeinflußte Anschauungsweise der Alten hat die gesamte Natur als Produkt eines allweisen Urhebers aller Dinge in das Gebiet symbolisierender Deutung hineingezogen. Das Bild, das sich ihnen hierbei gezeigt hat, die Beziehungen, die sie gefunden, sind für die Späteren schwer klar zu bestimmen, weil hierfür das wirkende Element, das die Vorstellung geschaffen hat, fehlt. Wir können nur das Vorhandensein registrieren, nicht aber genau angeben, woher die Idee ihren Ausgang genommen. So finden wir beispielsweise, daß die Früheren in der Feige einen Hinweis auf אוחו מקום gesehen. Buffon nennt den Feigenbaum schlechtweg l’arbre indecent. Auch den Talmudweisen scheint eine solche Beziehung der Feige zur Sünde vorgeschwebt zu haben, wenn sie (Sanhedrin 70b; Bereschith r. 15) die Behauptung aufstellen, die verbotene Frucht, die Adam genossen, sei eine Feige gewesen. Vgl. auch Nidda 47b und Sanhedrin 107a. Es scheint auch kein absichtsloses Bedebikl zu sein, daß der Satz, in welchem vom Propheten Hosea (IX 10) Israel mit einer Feige verglichen wird, mit dem Vorwurf*schließ־ :

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