Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1915)
- Date
- 1915-08-01
- Page
- – (sequence 74)
- Language
- German
- Belongs to
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4!4 Rosch-ha-Schanah-Symbole. Rosch-ha-Schanah-Symbole. Von Dr. Hermann Deuts eh, Fürth. Unter den für Rosch-ha-schanah vorgesehriebenen symbclisehen Sitten, die bestimmt sind Phantasie und Gedanken der Stirnmungdes Tages entsprechend anzuregen und denen Tut und Schulchan Aruch ein eigenes Kapitel, Orach Chajim 583, gewidmet haben, sind es insbesondere zwei, für welche verschiedene Gründe angegeben werden, ein Beweis, daß die Überlieferung hierin eine ungewisse und schwankende gewesen ist. Es sind dies die Bräuche, welche von R?ma mit folgenden Worten aufgeführt werden: ״Einige achten strenge darauf an diesem Tage keine Nüsse zu genießen, nachdem der Zahlenwert des hebräischen Wortes אגוז, Nuß, gleich dem von חט, Sünde, ist, außerdem reizt deren Genuß zum Husten, was Störungen beim Gebet verur- Sachen könnte (Maharil); auch ist es üblich an ein fließendes Wasser zu gehen und den Satz Micha 7,19: Wirf in die Meerestiefen unsere Sünden, zu sprechen (Minhagim)“. Wir wollen zunächst bemerken, daß die Fassung im ersten Absatz des angeführten Paragraphen ungenau und irreführend ist; sie erweckt den Eindruck, als ob er ganz dem Werke des R. Jakob ha־Levi entnommen wäre, was aber keineswegs der Fall ist. Im Maharil findet sich über die ominöse Bedeutung der Nuß nicht ein Wort. Im Gegenteil! Er gestattet, daß die Kinder am Nachmittage des Versöhnungstages mit Nüssen spieien und will, daß man sie hierin nicht störe, was er sicher nicht getan hätte, wenn er die Vorstellung, in der Nußliege ein verfänglich er Hinweis auf die Sünde, geteilt hätte. Merkwürdig ist, daß R'ma im Kapitel 611 diese Entscheidung des Maharil für den Versöhnungstag akzeptiert, wogegen er für den Neujahrstag das Essen von Nüssen, weil in ihrem Namen nach dem Zahlen wert ein Hinweis auf die Sünde enthalten sei, gern vermieden sieht. Wie schon bemerkt, hat er das nicht dem Maharil entnommen, sondern irgend einer uns unbekannten Quelle. Nur die Begründüng, daß der Genuß von Nüssen Hustenreiz veranlaßt, ist dem Maharil entnommen, der davon in חלבית תקיעת שיפר spricht. In den