Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1915)
- Date
- 1915-08-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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390 Yon den. 613 Gesetzen. ristiseh ist der Satz des Maimonides in ״ 1,6 הל אישותEs gibt andere Frauen, die verboten sind auf Grund (biblischer?) Überlieferung, und ihr Verbot beruht auf rabbinischer An־ Ordnung.1‘ Aus dieser Darlegung erhellt, daß die Antwort auf die Frage, ob rabbinische Gesetze in den 613 enthalten waren oder nicht, eine nicht einfache ist. 4. Eine fernere Frage, die sich auf den Umfang des zu berücksichtigenden Gebietes bezieht, ist die, ob diejenigen Gesetze1) von der Zählung ausgeschlossen wurden, die nicht für die 613 gebracht werden kann. Er kann ihre Zählung nicht durch Gruppenbildung (vgl. die weiteren Darlegungen) reduzieren, weil er (vgl. die weiteren Darlegungen) auch bei den rein biblischen Bestimmungen, bei denen er zum Zwecke ihrer Reduzierung Gruppen bildet, oft Gesetze, zumeist Verbote, aus den Gruppen herausschält und als besondere Nummern zählt, so daß er es für zulässig erachten müßte, daß dasselbe Prinzip auch bei den durch die 13 Deutungsregeln gefolgerten Gesetzen angewandt werde. Dadurch würde aber Regellosigkeit und Willkür einreißen, und es könnte dann nach der Ansicht des Maimonides von einer logischen Systematik keine Rede sein. (Vgl. den scharfen Tadel, den er gegen den Baal halachot gedolot in der Einleitung und in Regel 2 ausspricht, weil derselbe einige wenige solcher Gesetze gezählt, die meisten aber ausgelassen habe). 5. Nicht nur das Verhältnis des More zum Mischne Thora beweist es mit völliger Evidenz, daß für Maimonides Theorie und Halacha zwei verschiedene Dinge sind, dergestalt, daß sie oft einander auf das krasseste widersprechen, und daß in vielen Fällen die Konsequenzen seiner Theorie nicht zu der kodifizierten Halacha passen würden, wenn er seiner Theorie einen Einfluß auf die Halacha verstattet hätte. Auch innerhalb des Mischne Tora tritt in einer gewissen Hinsicht die Inkongruenz von Theorie und Halacha zutage. Auch hier hat M. aus seiner Theorie keine Konsequenzen für die Halacha gezogen. Dieser "Widerspruch, dem m. E. Iogisch nicht beizukommen ist, hat die Einheit und Geschlossenheit der Persönlichkeit des M. nicht beeinträchtigt. נ) Von ״Gesetzen״ sind einmalige Maßnahmen und Anordnungen zu unterscheiden, wie z. B. der Satz: ״Seid bereit auf den dritten Tag“ (2. B. M. 19,15). Allerdings ist die Grenzlinie zwischen beiden nicht genau und einwandfrei zu ziehen, da die Begriffe oft flüssig sind und nicht in allen Fällen restlos auseinander gehalten werden können.