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Jeschurun · 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 40

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 8-9 (August 1915)
Date
1915-08-01
Page
– (sequence 40)
Language
German
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380 Wie können wir im Felde die Ehre des Judentums wahren? nisses unserer Lehre, ist sie sicherlich am Platze. So suche ich ihnen am Beispiel der Fasttage klar zu machen, wie diese Einrichtung uns an müheloses Ertragen von Entbehrungen gewöhnt. Und in der Tat, sind wir Juden, wenn ich von mir auf andere schließen darf, leichter imstande, Hunger und Durst zu ertragen. Während bei den Nichtjuden kaum einer je in seinem Leben freiwillig 24 Stunden auf Essen und Trinken verzichtet hätte, haben wir durch die jahrelange Übung uns an die Entbehrungen dieser Art gewöhnt. Im Kriege, wo unter Umständen an die Entsagungsfähigkeit große Ansprüche gestellt werden, kommt uns das gut zu statten. Auf diese Weise kann man erreichen, daß wenigstens die Verständigeren unsere Eigenart begreifen und würdigen. Nicht zum geringsten Teil kann auch durch Darreichung passender Lektüre Gutes erzielt werden. Alle aus der Heimat gesandten Schriften werden stets sofort nach ihrem Eintreffen von mehreren Seiten verlangt, das darf uns mit freudiger Genugtuung erfüllen. Ein gewisser Erfolg kann nicht ausbleiben. Im stillen mögen sie denken: ״Es ist doch ein weises Volk, ein Volk, das gerechte Satzungen und Vorschriften hat!“ ״Die Treue, mit der es an seiner Religion festhält, ist doch kein leerer Wahn!“ Und wenn in jeder Kornpagnie nur einer durch unser Verhalten eine richtige, wahre Ansicht gewinnt, so dürfen wir zufrieden sein. Fassen wir in der geschilderten Weise unsere Verpflichtungen im Felde auf, so erwächst für uns selbst ein köstlicher Segen. Uns Juden, die wir den Krieg nicht als ״Handwerk“ betreiben, fällt bei der Innigkeit unseres Familienlebens die lange Trennung vom Elternhaus besonders schwer. Wenn wir gar unser Leben der Erforschung unserer heiligen Lehre geweiht haben, wäre die nunmehr so lange währende Unterbrechung unserer Lieblingsbeschäftigung nicht zu ertragen. Nur wer die Sehnsucht nach dem wahrhaft Guten kennt, weiß, was ich leide, beim Schmachten meiner Seele nach den Hallen der Torawissenschaft. Neben dem Frohgefühl, unserem teuren bedrängten Vaterland zu dienen, kann uns da das erhebende Bewußtsein trösten, durch unser Betragen im Felde bewirken

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