Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1915)
- Date
- 1915-08-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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376 Wie können wir im Felde die Ehre des Judentums wahren? leben gebrauchte• ויתר תהיה לך על אזנף •umdeuten in ויתר תהיה ״ לך על אזנךLege den Daumen aufs Ohr, wenn du ein häßliches Wort hörstI“ gerade als wollten sie damit sagen: Die Reinheit des Körpers ist nicht von so umfassender Bedeutung wie die Reinheit und Unbeflecktheit der Seele. Darum wollen wir die Kardinaltugenden unseres Volkes hoch halten. Und nicht nur in Handlung und Rede, selbst im Gesichtsausdruck eine edle Keuschheit an den Tag legend, wollen wir unser Antlitz die stete Ehrfurcht vor Gott wiederspiegeln lassen und uns so unserer Väter und Ahnen würdig erweisen, die am Sinai Gottes Herrlichkeit geschaut. Doch damit dürfen wir es nicht genug sein lassen, wir müssen durch Ermahnung auf unsere Kameraden einzuwirken bemüht sein, sollen Ihnen offen und frei die Ansichten unseres Judentums über alles, was mit dem Werden des Menschen zusammenhängt, mitteilen. Gewiß, wir mögen dabei oft Spott und Hohn ernten. Jedoch, wie sagen unsere Alten so schön: ״Besser sein ganzes Leben als Tor verschrien, als eine Stunde vor dem eigenen Gewissen ein Bösewicht!'4 Und in zahlreichen Fällen werden wir günstige Resultate erzielen, zum mindesten den Verständigeren eine Hochachtung vor der jüdischen Auffassung abgewinnen. Wenn wir uns so in keiner Beziehung eine Blöße geben, dann wandelt Gott inmitten unseres Lagers, uns zu retten und unsere Feinde in unsere Hand zu geben. Was aber den spezifisch־j üdi sehen Pflichtenkreis betrifft, so ist ohne weiteres klar, daß der Fülle all unserer Gesetze wohl kein Soldat, der in vorderster Linie kämpft, gerecht werden kann. Wir müssen uns begnügen, um einen Schrift aus druck zu gebrauchen, zu den זוכרי פקוריו לעשותם zu gehören, zu denen, die sich der göttlichen Satzungen erinnern, um sie auszuüben, die den Vorschriften gerecht werden möchten und es bedauern, unter dem Zwang der Verhältnisse dies nicht tun zu können. Wir brauchen uns keine unnötigen Gewissensbisse zu machen; der Allgütige hat uns doch nach seinem unerforschlichen Willen in diese Lage versetzt. Mit dem königlichen Sänger wollen wir täglich zu ihm liehen: ״Führe meinen Streit, erlöse mich