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Jeschurun · 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 33

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 8-9 (August 1915)
Date
1915-08-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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Wie können wir im Felde die Ehre des Judentums wahren? 373 Wie können wir im Felde die Ehre des Judentumes wahren und heben? Von Moses Jacobson,Hamburg. Über die Pflichten und Aufgaben, die besonders an uns Juden im Felde herantreten, ist oft gesprochen und geschrieben worden. Die Belehrungen und Ermahnungen kommen jedoch immer, oder doch fast immer, von Lehrern und Beratern hinter der Front. Darum sei es mir gestattet, der ich jetzt bereits acht Monate im Felde stehe, einiges aus meinen praktischen Erfahrungen mitzuteilen, um vor allem meinen Brüdern, die sich in gleicher oder *ähnlicher Lage befinden, ein paar Winke zu geben, wie wir im Felde m. E. für unser Judentum wirken und werben, wie wir die Ehre unseres Judentums wahren und heben können. Daß wir unsere Pflichten, die von uns als Soldaten ge־ fordert werden, mit der gleichen Treue und Hingebung erfüllen wie unsere nichtjüdischen Kameraden, ist eine Selbstverstandlichkeit, über die man nicht viel Worte zu verlieren braucht. Zur Betätigung von Mut und Tapferkeit ist zumeist im Stellungskampf, wie er vor allem in Frankreich fast an der ganzen Front dort, wo die Feinde nicht einen Durchbruch versuchen, geführt wird, nur wenig Gelegenheit vorhanden. Neben dem Wachtdienst ist es unsere Aufgabe, die Stellungen immer stärker und sicherer auszubauen, unsere Arbeit besteht zum großen Teil im Schanzen und Herbeischaffen von Baumaterial. Zu diesen Leistungen, dem Graben und Schleppen, sind wir Juden in den meisten Fällen — ich will damit niemandem zu nahe treten — nicht recht befähigt. Für mein Empfinden ist es keine Schande, wenn wir auf diesem Gebiet nicht auf der Höhe sind. Unsere Vorgesetzten sind zufrieden, wenn sie den guten Willen sehen, und unsere Kameraden unterstützen uns bei schweren körperliehen Arbeiten bereitwillig, weil wir uns Ihnen anderweitig nützlich erweisen können. Zur mir wird oft gesagt: .,Der eine vermag dies, der andere jenes. Wir können besser arbeiten,

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