Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1915)
- Date
- 1915-08-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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- Isaiah 1× ep/1005097
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Grenzlinien zwischen den Begriffen Kodausch und Tabu. 3^9 selbe besagt das קדושים תחיו (Levit. XIX 2), das als Leitmotiv für die Lebensführung eines ganzen Volkes, nicht einer einzelner. Kaste oder Person oder einzelner Lebenszustände gedacht ist. Mit קדושים תהיו wird in der heiligen Schrift nicht eine Abgeschiedenheit von der Welt und ihren Genüssen, eine kultische Absonderung von den übrigen Menschgenossen wie mit dem Tabu gefordert 1). Die Heiligkeit ist vielmehr eine ethische Forderung an den Menschen, dem absolut-heiligen, überweltlichen Ideal Gottes nachzustreben2). Darum wird die Bestimmung: ״Heilig sollt ihr sein, denn ich, euer Gott, bin heilig* an die Spitze des meist Liebe und Gerechtigkeit behandelnden Bibelabschnittes als Grundmotiv vorausgesetzt (Lev. XIX 2 f.). Diese Forderung der Selbstheiligurig ist nach Dillmann von Anfang an Grund und Ziel des Mosaismus gewesen und als dessen reifste Frucht zu betrachten (zitiert bei Hoffmann 1. c., p. 30) .Heiligkeit bedeutet dem Israeliten H eiligung, bezeichnet den Urgrund für die Enthaltung von Unkeuschheit (cf. Arnos II 7, Jesaja VI3 f.), Götzendienst, Zauberei und Totenkultus (Deuter. XIV 2 f.), Grausamkeit gegen Tiermutter u. Kind (Lev. XXII 28 u. 32), gilt als Ursache für die Beobachtung der Speisegesetze und für die Übung von Gerechtigkeit und Menschenliebe. Diese Heiligkeit eines ganzen Volkes, diese Gebundenheit der Lebensführung, dieses sozusagen Esoterische erwies sich für das Volkstum als stammerhaltend, wurde aus einem Mittel zum Zweck Selbstzweck. Without this (sc. den Pharisäismus, vgl. קדושים תהיו פרושים תהיו) the result would not improbably have been the final extinction of Israel.* (Travers Herford, Pharisaeism, London 1912, p. 10) 3). In diesem Umfange genommen ist Heiligkeit ein artbildendes Volksideal, umfassendster Begriff und festeste ב) Der Tabu tragende Fürst darf z. B. kein profanes Haus betreten, kein profanes Gefäß benutzen, da diese sonst nachher niemand anders benutzen dürfte. 2) S. Hoffmann, Kommentar zu Levit., cap. XIX, und XI. 3) Ohne diese Maßregel würde höchstwahrscheinlich die Folge eine völlige Auflösung des jüdischen Volkes gewesen sein.