Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1915)
- Date
- 1915-08-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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366 Grenzlinien zwischen den Begriffen Kodausch und Tabu. Es erübrigt sich, besonders zu betonen, daß es zu dieser Differenzierung undzwiespältigen Unterbedeutung, etwakodausch heilig und unrein, in der Bibel nirgends gekommen ist, nie kommen konnte. Bedeutet doch קרוש nach biblischer Auffassung im allgemeinen einen starken Gegensatz von Unrein. Niemals hat טמא in biblischer Zeit für heilig gegolten, und niemals könnten wir uns die Ausdrücke טמא und קדוש promiscue oder benachbart gebraucht im biblischen Schrifttum denken. Die Gegensätzlichkeit von Kodausch und Tome im biblischen Sprachgebrauch erhellt am besten aus Levit. X 10: להבדיל בין הקדש ובין ההל ובין הטמא ובין הטהור. Die Priester werden ermahnt zu unterscheiden zwischen Heilig und Profan und zwischen Unrein und Pein. Gerade diese Stelle, die mit ihrer eigentümlichen Reihenfolge manchen modernen Forschern als Beweisstück dient für die Behauptung, daß Kodausch und Tome auch biblisch parallel und gleichbedeutend gebraucht werde, beweist u. E. das gerade Gegenteil. Denn נ , r. ר Kodausch Tome ... . , aus dem vermeintlichen Schema 7==-^-=-ךergäbe sich Chaul Tohaur 0 die sonderbare Schlußfolgerung, daß nur Chaul Tohaur, aber nicht Kodausch Tohaur wäre, Kodausch also identisch mit Tome und Chaul identisch mit Tohaur, eine Konsequenz,, die nicht paradoxer gedacht werden kann1). *) Mißverständlich erscheint uns auch die Beweisstelle Jadajim III 2 aufgefaßt von Owen C. Waterhouse in seinem Artikel: Holy in der Encyclopaedia of Religion und Ethics (ed. v. Hasting, Edinhurgh 1913), der es offenbar Robertson Smith a. a. 0., p. 452 nachschreibt. Die Stelle heißt: כתבי הקדש שניים מטמאין את חידים dies soll aber gewiß nicht heißen: Den heiligen Schriften an sich hafte eine übertragbare Unreinheit, das heißt Heiligkeit an. Denn in שבת pag. י״ג heißt es vom selben Gegenstände unter den sog. ותכפר והידים :י״ה דבד, Die Hände gelten für תרזמדי als שגי, da sie vor dem Waschen als סתם שמא gelten; und ebenso ist es mit ספרים , da, wie der Talmud שבת pag. י״ד erklärt, der השש עכבר bei den gewöhnlich in Schränken aufbewahrten heiligen Büchern im besonderen Maße besteht, sie also infolge einer äußeren Ursache, infolge der Befürchtung, sie könnten von Mäusen angenagt werden, vor Berührung mit תרומה bewahrt bleiben sollen.