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Jeschurun · 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 8-9 (August 1915)
Date
1915-08-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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Der Gott der Gerechtigkeit. 363 mit dem ich spiele; so oft ich von ihm rede, muß ich seiner liebend gedenken; darum werden alle meine Gefühle für ihn rege, ich muß es lieben, spricht Gott.“ Von der Liebe zu unseren Mitmenschen künden die für den Versöhnungstag festgesetzten Vorlesungen aus den Prophetenabschnitten: von der werktätigen Menschenliebe, die allein dem Fasten und der Buße die rechte Weihe gibt und von den Heiden, die dem auserwählten Volk als Muster der Frömmigkeit voranleuchten können. Aber dies aBes wird übertönt von dem Donnerruf ״ המלך הקדזשder heilige König“. In den Tagen, welche das neue Lebensjahr beginnen und seine Grundlage sind, wo der Einzelne und die’, Gesamtheit sich von neuem das Recht zum Leben wieder erwerben, wo der Sinn des Lebens und das Wesen der Religion in ihren letzten Tiefen uns offenbar werden sollen, da tritt alles zurück von dem einen Gedanken der Gerechtigkeit Gottes. Auch die Krone unserer Gebete in der der Universalismus zu so vollendetem Ausdruck gelangt, das vielgerühmte ובכן תן פחדך steht in diesem Zeichen: Alle Werke Gottes, all seine Geschöpfe sollen einen Bund bilden aber nur daß ״der heilige König geheiligt werde durch Ger echtigkeit“. In Tod und Not gejagt sehen wir den überwiegenden Teil der Judenheit, uns selbst vielfach in unseren heiligsten Gefühlen verletzt, unseren Glauben verkannt. Und doch fühlen wir uns unüberwindlich, weil im Judentum Lehre und Leben zu solch geschlossener Einheit gelangt ist, weil wir selbst in dem Zusammenbruch aller Ideale, wie sie der Weltkrieg gezeitigt, unsere Stütze finden an dem Gotte der Gerechtigkeit. J. W.

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