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Jeschurun · 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 8-9 (August 1915)
Date
1915-08-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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356 Der Gott der Gerechtigkeit. Aber für das Volksganze, für unseren Staat wollen wir wenigstens auf einen Punkt verweisen. Es wird allgemein anerkannt, daß der Krieg schon längst beendet wäre, wenn Amerika nicht unsere Feinde mit "Waffen versehen würde. Und diese "Waffenlieferungen können nun einmal völkerrechtlich nicht als NeutralitätsVerletzung hingestellt werden. Wer hat aber dazu beigetragen, diese Bestimmung, daß die Waffenlieferungen von Privatfirmen an die Kriegführenden gestattet sind, zur Hechts- Satzung zu erheben? Es war das Deutsche Heich! Ob Amerika sich an das Völkerrecht gehalten hätte, wenn die Waffenlieferungen verboten wären, ob das Hecht der Waffenlieferung völkerrechtliches Gesetz geworden wäre, wenn Deutschland sich s. Z. mit aller Macht dagegen aufgelehnt hätte, wissen wir nicht. Aber von der höheren Warte der nach Gerechtigkeit abwägenden Beurteilung des eigenen Tuns müssen wir die Hunderttausende, die jetzt unnötig fallen, auf das eigene Schuldkonto schreiben. Wir wissen nicht, ob rein materielle Beweggründe, das Eintreten für das Interesse der deutschen Waffenindustrie oder Rücksichten für eine eventuelle Unter- Stützung der militärischen Bereitschaft Deutschlands unsere Vertreter bei den Haager Verhandlungen leitete. Aber das steht fest, daß Deutschland es damals bei der Abstimmung unterlassen hat, diesem niedrigsten aller Gewerbe, dem Handel mit dem Blute des Mitmenschen, einen Hiegel vorzuschieben. Sollen wir Gott anklagen, daß er dem Morden nicht Einhalt gebietet, wo wir selbst uns diese Hute gebunden. IV. Noch ein anderer religiöser Konflikt findet seine Lösung, wenn wir die Eigenschaft der Gerechtigkeit Gottes in den Vordergrund rücken, der Konflikt, in den wir uns verstrickt sehen, wenn wir um den Sieg unserer Waffen beten, also am heiligen Orte und in den Stunden der höchsten Erhebung Gott auffordern, für uns Partei zu ergreifen. Für niedere Stufen von Heligionsbekenntnissen ist dieser Zwiespalt nicht vorhanden. Jedes Volk hat da seinen Gott, die Götter bekämpfen sich gleich

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