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Jeschurun · 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 8-9 (August 1915)
Date
1915-08-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Der Gott der Gerechtigkeit. 34S 3a. Und endlich: was in den Weisheitsbüchern unserer Bibel an religionsphilosophischen Fragen aufgeworfen wird, es dreht sich einzig und allein um das Problem der Theodicee der Gerechtigkeit Gottes. Gottes Dasein wird vorausgesetzt, die Erschaffung der Welt und das Walten4der Vorsehung wird berichtet, das Wesen und die Eigenschaften Gottes werden gestreift, aber der Widerspruch zwischen der idealen Forderung der Allgerechtigkeit Gottes und ein er Wirklichkeit, in welcher der Gute so oft zugrunde geht und der Schlechte triumphiert, er allein wird untersucht und von Propheten und Sängern und Weisen behandelt. Denn die Gerechtigkeit Gottes ist das Zentrum jüdischen Denkens und das Problem der Theodicee darum das wichtigste Problem. Noch einmal: Nur Unwissenheit oder Böswilligkeit kann leugnen, daß in dieser Gerechtigkeit Gottes immer das Attribut der Liebe mitgedacht wird. lb. Nicht nur in den Höhepunkten prophetischer Verkündigung,nichtnurinden innigenGefühlsergüssen der Psalmen, auch in denBüchern der Thora ja sogar in dem sogenannten Priesterkodex tritt uns Gott als der liebende Vater entgegen. Aber die Liebe, so möchte man sagen, muß sich immer legitimieren vor der Gerechtigkeit. Nach der Sintflut errichtet Gott seinen Bund mit dem Menschen, daß die Welt nie wieder zugrunde gehen soll. Die Welt kann vor dem strengen Recht nicht immer bestehen und die verzeihende Liebe verspricht ihren Bestand, auch wenn sie dessen nicht würdig ist. Aber das Zeichen des Bundes wird bestellt. כביכול Wenn man das kühne Wrort wagen darf: die Gerechtigkeit Gottes gibt jedesmal, wenn die Welt für den Untergang reif, ihren Protest zu Protokoll. Und ferner מרובה מרה טובה ממדה פורעניות so sehr das Prinzip gilt: Maß für Maß, so wird doch immer eingeschärft: um ein vielfaches Mehr vergilt die Glück spendende Liebe Gottes als die strafende Gerechtigkeit (Aus Ex. 20,5f. wird das Verhältnis auf 500: 1 berechnet). Und dennoch die Liebe

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