Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1915)
- Date
- 1915-07-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Auslösung־ der Gefangenen. 325 geraten. Maimonides suchte den Unglücklichen Hilfe zu schaffen. Er sammelte selber mit unermüdlichem Eifer Geldsummen zum Zwecke der Auslösung von Gefangenen und wandte sich schriftlieh an alle ägyptischen Gemeinden mit der eindringlichsten Bitte, Geldsammlungen für diese heilige Sache zu veranstalten. Ein besonderer Sendbote Aron Halevi überbrachte den einzelnen Gemeinden das Schreiben Maimunis und war auch mit der Einkassierung der Spenden betraut1). Interessant ist auch eine Begebenheit, die von dem hervorragenden TalmudgelehrtenB. Joseph Kolon berichtet wird. Zwei Leute hatten die Vereinbarung getroffen, zu "Werken der Zedakah, die sie ausübten, zu gleichen Teilen beizutragen. Nun bot sich ihnen Gelegenheit, Gefangene auszulösen, und es entstand die Frage: Bezieht sich die getroffene Verabredung auch auf dieses W7erk der Menschenliebe und beide entrichten den gleichen Beitrag? Oder gehört die Auslösung von Gefangenen nicht zu den gewöhnlichen, hier inbetracht kommenden WTerken der Zedakah und ein jeder leistet einen im Verhältnis zu seinem Vermögen stehenden Beitrag? Für so wichtig wurde diese Frage gehalten, daß sich mehrere rabbinische Autoritäten mit der Beantwortung derselben beschäftigten2). Diese Beispiele, die sich leicht vermehren ließen, zeigen zur Genüge, mit welcher Gewissenhaftigkeit und Opferfreudigkeit in den jüdischen Gemeinden das ..große Gebot“ der Gefangenenauslösung erfüllt wurde. Zweimal in der Woche, Montag und Donnerstag, flehen wir in unserem Morgengebete für ״unsere Brüder, die sich in Not und Gefangenschaft befinden“. ,.Der Allmächtige erbarme sich ihrer und führe sie heraus aus der Bedrängnis in die Frei- ג) Dieses interessante Schreiben gebürt zu den wertvollen Dokumenten, die in neuester Zeit in der Geniza der Esrasynagoge bei Kairo gefunden wurden. Es ist von Maimunis eigener Hand geschrieben und unterzeichnet, ein ehrwürdiges Denkmal der jüdischen Literatur. 2J Vergl. Jore Dea 25G § 4. Ture Sahab z. St. 22