Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1915)
- Date
- 1915-07-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Heerwesen und die jüdische Erziehung. 307 Zwecke? Es ist uns nicht gesagt; es ist der Wille unseres himmlischen Vaters, und wir haben zu gehorchen. Und indem wir gehorchen und indem wir uns hineinleben in den Weg, den er uns vorgeschrieben, und indem wir die Gesetze ausführen, die er aufgestellt, und uns vor allen Dingen hüten, die er uns verboten, erleben wir immer deutlicher den Segen aller uns auferlegten Pflichten und gewinnen allmählich einen Einblick in seinen verborgenen Feldzugsplan, wie er uns gegen unseren inneren Feind gewappnet und wie er uns gegen alle Angriffe schützt, die des Menschen Leib und des Menschen Seele bedrohen und wie er uns über alle Zufälle und Geschicke erhoben, die andere Menschen zu Boden drücken und ihnen die Beinheit der Seele und die Freude des Daseins rauben können. Daß unsere deutschen Heere bisher fast immer und überall gesiegt haken, das danken wir der Einigkeit und Gleichheit, der Kameradschaft der Heeresmassen, wir danken es der Disziplin, dem Gehorsam und der blinden Gefolgschaft aller Untergebenen gegenüber ihren Führern, wir danken es aber ganz besonders der Geschicklichkeit, mit der die Führer zu befehlen verstehen, ihre Pläne, Entwürfe, Ideen der Welt erst enthüllen, nachdem der Sieg erfochten und aus den Tatsachen ihr Wille nachträglich erkannt wird. Das ist aber auch einer der wesentlichsten Vorzüge in der Erziehung der Jugend, wenn der Vater, die Mutter, der Lehrer in rechter Weise befehlen, wenn sie klar und bestimmt ihren Willen aussprechen und fest auf der Erfüllung des Willens bestellen und nicht lange Erörterungen darüber erlauben. Das Kind fragt freilich, wozu und weshalb soll ich das oder das nicht, warum darf ich nicht länger auf bleiben, warum soll ich das nicht essen, wozu soll ich das lernen? Warum? Weil ich. Dein Vater, Dein Lehrer es so will und weil Du zu gehorchen hast. Es würde ja den rechten Grund doch nicht verstehen, das Heilsame der Absicht doch nicht begreifen. Aber allmählich dämmert bei ihm die Erkenntnis und es sieht immer mehr ein, daß alles, was von ihm verlangt worden, zu