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Jeschurun · 1915-07-01 · Heft 7 (Juli 1915) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 7 (Juli 1915)
Date
1915-07-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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306 Das Heerwesen und die jüdische Erziehung. Es bliebe noch die vierte Eigenart das Heerwesens und besonders des Krieges, die Form der Befehlsübermittelung des obersten Willens in ihrer Anwendung auf uns und unsere Kinder. Was den militärischen Befehl besonders kennzeichnet, ist die Kürze und Bestimmtheit. Jedes überflüssige Wort wird vermieden, alles so kurz und so klar als nur denkbar ausgedrückt. Es heißt nicht: Bleibet stehen, sondern: ״Halt“, nicht: gehet weiter, sondern ״marsch״ ,״Gewehr auf״ ,״Gewehr ab״, ein oder zwei Ausdrücke, statt eines ganzen Satzes, und alles ohne Begründung und nähere Ausführung. Warum sie das oder jenes zu tun haben, wird den Truppen nicht mitgeteilt sie haben zu gehorchen und den Befehl auszuführen. Grund und Zweck werden sie schon später einsehen: und sehen sie es nicht ein, dann ändert das an der Sache auch nichts. Das ist so Brauch im Heeresdienste, selbst in Eriedenszeiten; im Kriege aber steigert sich noch die Zurückhaltung. Da werden die Truppen fortgeschickt und sie wissen nicht: wohin? sie machen Halt, und wissen nicht: wo? sie haben lange Märsche zurückzulegen und man sagt ihnen nicht weshalb, und sie liegen irgendwo still und sie erfahren nicht, auf wie lange? Selbst höhere Vorgesetzte haben oft keinen Einblick in den Feldzugsplan, und erst nachträglich gelangt es auch zu ihrer Kenntnis, welche Absicht der oberste Leiter mit seiner geheim gehaltenen Idee verfolgt und welch klugem und kühnem Plane des Feldherrn sie dienstbar gewesen. Nur er, der oberste General, mit seinen Vertrauten muß wissen, was er will, vor seinem Auge muß die Lage und ihre Beherrschung und die Mittel zu ihrer Bewältigung deutlich und sicher erwogen sein. Das ist aber genau das Abbild des himmlischen Heerfiihrers, des Herrn der Heerscharen. Er hat uns seinen Willen mitgeteilt, er hat uns seine Lehre gegeben, seine Gesetze kund getan, er spricht, das sollst Du und das sollst da nicht, das sollst Du genießen und das sollt Ihr nicht essen, so sollst Du Dich kleiden und das sollst Du nicht als Gewand benutzen. Weshalb? Wir wissen es nicht; zu welchem Nutzen und

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