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Jeschurun · 1915-07-01 · Heft 7 (Juli 1915) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 7 (Juli 1915)
Date
1915-07-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Das Heerwesen und die jüdische Erziehung. 305 befehlen, zu wünschen. Das hat aber nicht nur für sein religiöses künftiges Verhalten, das hat für sein ganzes Leben nachteilige Folgen. Wir sagen vielleicht: ״Die Schule stellt zu große Anforderungen, es sind zu viel Stunden angesetzt“ und dergleichen Aber den anderen Kindern sind doch die Anforderungen nicht zu hoch. Und diese anderen Kinder haben im übrigen dieselben Aufgaben zu lösen, sind vielleicht noch weniger begabt als unser Sohn, und sie genügen vielleicht noch einer ganzen Leihe weiterer Pflichten, von denen unser Sohn sich selbst für frei hält, sie besuchen z. B. täglich morgens und abends den Gottesdienst und dergleichen. Aber wir sind um die Gesundheit unseres Kindes besorgt, wir können nicht zugeben, daß es zu sehr überbürdet werde, daß ihm der einzige freie Tag in der Woche der S3nntag, auch noch verloren gehe. Aber die anderen meist ärmeren Kinder werden doch in ihrer Gesundheit nicht geschädigt, und unser Söhnchen wird doch besser ernährt, bewohnt gesündere Bäume, genießt eine viel sorgfältigere Körperpflege, hat doch in seinen Arbeiten manche Hilfe und Erleichterung, die jene entbehren, ist doch frei von mancherlei häuslichen Störungen und Leistungen, denen jene unterworfen sind. Ist also nicht die ganze Besorgnis um die Gesundheit unberechtigt? Oder unser Söhnchen ist wirklich blaß und angegriffen, dann können wir mit demselben Hechte schließen, daß unser ganzes System ein verkehrtes ist, daß es mit den Kindern genau sc sein muß wie bei den Erwachsenen mit der Einberufung zum Heeresdienst, daß die Anstrengungen, die Märsehe, die rücksichtslose Aussetzung des Körpers allen Unbillen des Wetters, des Legens, des Sturms, des Sonnenscheins, des Frühaufstehens und was alles sonst verlangt wird, den Schwächling nicht über den Haufen wirft, sondern allmählich ihn stärkt und abhärtet. ״Der Mensch ist zur Anstrengung geboren“ (Hiob 5,7), und gerade der Jude, das jüdische Kind schon, wenn es zur Anstrengung erzogen wird, gelangt dazu, daß es an Widerstandsfähigkeit und Ausdauer alle anderen überragt• Also fort mit aller übertriebenen Empfindsamkeit; was andere Kinder können, wird auch unser Kind zu leisten vermögen.

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