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Jeschurun · 1915-07-01 · Heft 7 (Juli 1915) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 7 (Juli 1915)
Date
1915-07-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Das Heerwesen ־and die jüdische Erziehung. 303 besseren und begabteren Kinde, mit dem uns Gott begnadet hat, soweit nur möglich beitragen zur Heranbildung der minder begünstigten Kinder und Klassen. Kam eradsch aft. Gleichheit, Zusammenschluß ist das zweite, das die Gottesstimme, die aus dem Kriege tönt, von uns heischt. Unterordnung, Disziplin, Enthaltung von jeglicher Kritik, unbedingter, wortloser Gehorsam ist das dritte. Zu solchem Gehorsam bequemen wir uns auch, zu solchem Gehorsam erziehen wir auch unser Kind, wenn es sich um die öffentliche Schule handelt. Auch an ihr haben wir manches auszusetzen. Wir bemängeln, daß zu viel Sprach- und zu wenig Sachunterrieht erteilt wird oder umgekehrt. Wir werden an diesem oder jenem Lehrer etwas zu tadeln haben; der Stundenplan hat nicht ganz unseren Beifall und dergleichen mehr. Aber wir fügen uns stillschweigend, wir wissen: wir sind nicht die Behörde, die über diese Dinge zu befinden hat, und wir halten auch unseren Sohn zur genauen Erfüllung der Schulordnung und all ihrer Forderungen an. AVir gehorchen, und unser Kind lernt gehorchen, und das ist von unendlichem Segen für unser Kind. Doch die Beligionsschule, die der Stolz und der Schmuck der Gemeinde sein müßte, denn in ihr wird unser Heiligstes gelehrt und in ihr sammeln sich unsere Teuersten, unsere Lieblinge, diese Schule bildet das ״Schmerzenskind“ der Gemeinde, an ihr hat jeder etwas auszusetzen. Dem Einen paßt der erste Wochentag nicht als Unterrichtszeit, denn da will er Ausflüge machen mit seinen Kindern, dem Andern sagt der Unterricht am Nachmittag nicht zu, der Dritte hat die Auswahl der Unterrichtsfächer zu bemängeln, dem Vierten wird nicht strenge genug und dem Fünften zu strenge verfahren, diesem ist die angesetzte Stundenzahl zu groß und jenem ist der Geist und die Gesinnung zu fromm, und den meisten die Gesellschaft nicht vornehm genug. Jeder fühlt sich berufen und berechtigt zur Kritik, und das Ergebnis ist: Wir schicken unser Söhnchen, unser Töchterchen nicht dahin, wir lassen Privatunterricht geben. Natürlich aber nicht täglich, damit das Kind mehr

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