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Jeschurun · 1915-07-01 · Heft 7 (Juli 1915) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 7 (Juli 1915)
Date
1915-07-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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302 Das Heerwesen ־and die jüdische Erziehung. Eigenschaften und Anschauungen bewahren wollen, die nun einmal in den ärmeren Ständen herrschen, weil das Kind vor der Verwahrlosung behütet werden soll, die mit der Niedrigkeit verbunden ist. Aber auch diese Meinung entspringt nur dem Dünkel über die eigene eingebildete Vortrefflichkeit und die der ״besseren Stände.“ Er ist um so verwerflicher als damit eine Verdächtigung und Verachtung der ärmeren Mitmenschen verbunden ist. Schon unsere Weisen haben gemahnt: ״Achtet wohl auf die Söhne der Armen, von ihnen geht die Lehre aus (Nedarim 81a). Und bis zur Stunde ist das die Kegel geblieben. Das verwöhnte Söhnchen mag in ziemlich wertlosen Äußerlichkeiten in Haltung und Geberden, im Gebrauch konventioneller Redensarten, vielleicht, das schlichte Kind aus dem Volke überbieten; in ausschlaggebenden Eigenschäften und Vorzügen, in Wohlverhalten, Bescheidenheit, Fleiß,. Betragen. Aufmerksamkeit, Sittsamkeit steht es zumeist hinter dem ärmeren Kinde zurück: und ohne Frage gewinnt es durch das Zusammensein mit Kindern verschiedener Stände reichlich so viel als es möglicherweise an Äußerlichkeiten verliert. Aber gesetzt, unser Kind sei wirklich das bessere, dann trägt es durch seine Einreihung in die Gesamtheit zur Hebung der Klasse, der Schule bei, sowie das deutsche Heer dadurch die anderen überragt, daß in seinen Reihen der Oberlehrer neben dem Tagelöhner im Schützengraben liegt und dadurch das sogenannte Niveau, der innere Gehalt und Bildungsgrad des ganzen Heeres gehoben wird. Und dieses Opfer sind wir der Gemeinde, der Religion, unserem Gotte ebenso schuldig, wie die Vaterlandsliebe solche Hingebung von ihren gebildeten Kreisen fordert. In Wahrheit schädigen wir aber durch die hochmutige Trennung uns und unser Kind ebenso sehr wie wir die Gesamtheit benachteiligen und nützen durch den Anschluß ebenso unserem Kinde wie der Gesamtheit. So wie es niemand zu bestreiten wagt, daß mit dem größeren Besitz, den uns die Vorsehung geschenkt, uns die Verpflichtung auferlegt worden, Opfer zu bringen für den ärmeren Bruder, so sollen wir auch mit dem

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