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Jeschurun · 1915-07-01 · Heft 7 (Juli 1915) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1915)
Issue
Heft 7 (Juli 1915)
Date
1915-07-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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a Das Heerwesen ־and die jüdische Erziehung. 297 sind von der Ehrlichkeit und Wahrheit unserer Aufgabe felsenfest überzeugt, erfreuen uns nicht nur der bewährtesten und zuverlässigsten Führung, sondern unsere Millionen Streiter überragen an Disziplin und Manneszucht alle Heere der Welt. Die Weisen sagen, das irdische Königtum ist ein Abbild des himmlischen. So ist auch die irdische Kriegsführung für uns ein Vorbild für die Art. wie wir kämpfen sollen für alles Heilige und Göttliche. Auch dort müssen wir sagen können: ״Fest steht und treu die Wacht“, die Wacht, zu der uns der Gott der Heerscharen berufen. Wollen wir uns selbst, wollen wir ganz besonders unsere Kinder, die Träger der Zukunft dazu erziehen, dann müssen wir die aus dem Kriege sprechende Cöttesstimme hören, wir müssen das Gotteswort, das wir heute vor Jahrtausenden am Gottesberge vernommen, so hüten, wie das Gotteswort, das wir jetzt aus dem Kanonendonner hören, d. h. wir müssen unsere Kinder erziehen durch Gewöhnung, durch Kameradschaft zum Gehorsam und zur willenlosen Ausführung eines höheren Willens. Zunächst durch Gewöhnung. Die militärische Ausbildüng wird in zwei bis drei Jahren erreicht und zur höchsten Vollendung geführt. Zur Ausbildung unserer Kinder hat uns die Vorsehung eine längere Frist gegeben. Während Gottes Schöpferweisheit alle lebenden Wesen in wenigen Wochen zur Selbstständigkeit heranreifen läßt, so daß sie der Mutterhilfe nicht mehr bedürfen, schreitet die Entwicklung des zur Herrschaft über alle Wesen und die ganze Schöpfung berufenen Menschensprosses so langsam voran, daß im Durchschnitt unser Kind mindestens bis zum Beginn des 15. Lebensjahres ständig um uns ist. Wir sind wahrlich schlechte Lehrmeister, kaum mittelmäßige Unteroffiziere, wenn es uns in diesen 14 Jahren wo die Aufnahmefähigkeit am größten, die Widerstandskraft am geringsten, wo wir unser Kind formen und bilden können, wie der Töpfer den Ton, nicht gelingen sollte, dem Kinde unseren "Willen so einzuflößen, daß er die Triebfeder seines Handelns für sein ganzes Leben bleibt.

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