Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1915)
- Date
- 1915-06-01
- Page
- – (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücherbesprechung. 289 Bücherbesprechung. Berakhotk, Der Mischnatraktat Lobsagungen von Prof. D. Dr. Hermann L. Strack mit Vokabular und drei Registern. Preis geb. 1,20. Pirke Aboth, Die Sprüche der Väter; 4. ganz neu bearbeitete Auflage von demselben Vf. Preis gebunden 1,70. Leipzig, J. C. Hinrichs'- sehe Buchhandlung, 1915. Der Antisemitismus, auch in seiner schwächeren Form, in der Abneigung gegen den Geist des Judentums, wird dort, wo er in triebhaftem Empfinden wurzelt, nie auszurotten sein. Aber er kann bei vielen Nichtjuden, die den guten Willen mitbringen, objektiv zu urteilen gemildert werden. Die Apologetik des Judentums bietet dazu ein Mittel. Doch ist ihre Wirkung eine beschränkte. Wo sie von Juden bearbeitet wird, begegnet man ihr mit Mißtrauen, weil diese Verteidiger in eigener Sache sind. Und auch dort, wo sie von Christen geboten wird, kann sie ihre volle Kraft nicht entfalten, weil eben jeder Apologetik eine Tendenz anhaftet und Tendenzschriften von vornherein an Überzeugungskraft einbüßen. Darum hat das Judentum seit der Emanzipation, seit der Zeit, wo seinen Bekennern die staatsbürgerlichen Rechte gewährt wurden, darauf gedrungen, daß auch dafür gesorgt werden müßte, daß seinem Bekenntnis zum mindesten die Anerkennung gezollt werde, die in der Kenntnisnahme vom Inhalt und den Quellen seiner Religion liegt. Es ist bekannt, daß ein ganzes Jahrhundert der gewaltigsten Fortschritte in allen Disziplinen der Wissenschaft, der umfassendsten Er- Weiterung ihres Arbeitsgebietes nicht dazu geführt hat, der Wissenschaft des Judentums einen Raum in der offiziellen Pflanzstätte der Wissen- Schaft zu gewähren. Um so dankbarer müssen wir den Männern nichtjüdischen Glaubens sein, die aus eigener Initiative diese Lücke auszufüllen versuchen. Nach Franz Delitzsch hat keiner unter ihnen sich so viele Verdienste auf diesem Gebiete erworben wfie der Geh. Konsistorialrat Prof. Dr. Hermann Strack. Das auszusprechen, halten wir um so mehr für unsere Pflicht, als diese seine Tätigkeit nicht genug gewürdigt wird und er sogar von jüdischer Seite, wie gelegentlich seiner Herausgabe des Münchener Talmudkodex der Gegenstand heftiger und wie wir überzeugt sind, durchaus unberechtigter Angriffe seitens Lazarus Goldschmidt war. Die angezeigten Bücher sind Fortsetzungen der von ihm seit vielen Jahren herausgegebenen ״Ausgewählten Mischnatraktate“. Sie zeigen alle Vorzüge der Arbeiten Stracks: Akribie in der Vergleichung der Quellen, richtiges Urteil in der Festlegung des Textes, Genauigkeit der Übersetzung, pädagogisches Geschick in den beigegebenen Erklärungen. Wir haben schon gelegentlich einer früheren Besprechung bemerkt, daß